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Wegen Coronavirus: Deutlich mehr Wohngeldanträge in Wesel

Folge der Corona-Pandemie : Deutlich mehr Wohngeldanträge in Wesel

Von Januar/Februar bis März/April gab es eine zweieinhalbfache Steigerung. Auch sonst wirkte sich Corona im Fachbereich Soziales, Integration und Wohnen aus. Das wurde jetzt im Weseler Sozialausschuss berichtet.

Die Corona-Pandemie hat alle getroffen, auch den Fachbereich 6, Soziales, Integration und Wohnen, im Weseler Rathaus. Im Sozialausschuss zog der zuständige Dezernent Rainer Benien eine erste Bilanz der Krise.

Am deutlichsten werden die Auswirkungen wohl beim Wohngeld, wobei die Zahlen für sich sprechen: Gab es im Januar noch 43 Anträge auf Wohngeld und im Februar 81, waren es es im März 135 und im April 179. Vergleicht man die beiden ersten Monate des Jahres mit dem März und April, kommt man auf eine zweieinhalbfache Steigerung. Die gute Nachricht teilte Heike Kemper mit: Die Kosten werden je zur Hälfte vom Land und vom Bund getragen, die Stadt Wesel muss nichts zahlen. Auch im Mai war die Zahl der Wohngeldanträge mit 142 noch dreistellig. Die meisten Antragsteller befanden oder befinden sich noch in Kurzarbeit oder sind selbstständig – und sie stellten ihren Antrag vor allem online.

Auch die sogenannten Arbeitsgelegenheiten, von denen es 37 in Kooperation zwischen Stadt und Jobcenter gibt, mussten von Mitte März bis Anfang Mai ruhen. Die Menschen sind unter anderem in Altenheimen, Kindergärten, bei der Tafel oder am Bahnhof tätig, verkündete Benien. Ab dem 4. Mai durften sie auf freiwilliger Basis wieder ihre Arbeit aufnehmen – unter den strengen Corona-Hygienestandards. Alle 37 Kräfte machten von der Möglichkeit sofort Gebrauch. Trotz Schließung des Fachbereichs – je die Hälfte der Mitarbeiter war im 14-tägigen Wechsel vor Ort im Weseler Rathaus beziehungsweise im Homeoffice – wurden die nötigen Leistungen gewährt. Im Bereich Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung gab es nicht eine Ablehnung. Persönliche Vorsprachen fanden in der zurückliegenden Zeit so gut wie nicht statt.

Ähnlich habe es bei den Leistungen für Asylbewerber ausgesehen und bei der Hilfegewährung für besondere Wohnformen. Von Mitte März bis Mitte Mai gab es ein Betretungsverbot von Werkstätten für behinderte Menschen. Finanzielle Einbußen hätten sie nicht gehabt, so Benien, das sonst gereichte Mittagessen sei teils direkt ins Heim geliefert worden. Seit dem 18. Mai arbeiten die ersten Menschen wieder in den Werkstätten, nach und nach soll bis September wieder die alte Stärke erreicht werden.

Jede Menge Resonanz vermeldet das Seniorenbüro in Corona-Zeiten. Es gab ein starkes Informationsbedürfnis, was vor allem Haushaltshilfen und ambulante Pflegehilfen betraf. Die Beratung erfolgte hier natürlich telefonisch.

Bei den Pflegeeinrichtungen in der Stadt gibt es keinen Aufnahmestopp. Im Gegenteil: Es reicht ein einfacher Antrag, es gibt nur eine einfache Vermögens- und Einkommensprüfung und die Bescheide kommen schnell, teilte der Sozialdezernent mit.

Die Unterkunft für Wohnungslose hatte ab Mitte März über einen gewissen Zeitraum 24 Stunden geöffnet, auch weil die Teestube wegen Corona schließen musste. Seit Anfang Mai werden die Zeiten wieder reduziert. Die Anzahl der Wohnungslosen in Wesel bewege sich nahezu konstant bei 20.

Für Flüchtlinge hielt man mehrsprachige Informationen bereit sowie Masken und Desinfektionsmittel. Für die Übergangswohnheime gibt es eine Notfallplanung. Seit Juni werden auch wieder Flüchtlinge zugewiesen. Bislang waren es neun Flüchtlinge.

(P. H.)