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Warum Schießsport in Schermbeck-Damm bei jungen Leuten beliebt ist

Schermbecker Verein erlebt großen Zulauf von Jugendlichen : Schießsport erlebt in Damm einen Boom

Die Verantwortlichen der Schießgruppe des Dammer Schützenvereins sind stolz darauf, dass sich in den vergangenen Monaten zahlreiche junge Leute dem Verein angeschlossen haben. Beim Pokalschießen gewann Aaliyah Yesim.

Nach einer mehrjährigen Pause in der Ausbildung junger Sportschützen hat es in den vergangenen Monaten einen starken Zulauf von Jugendlichen bei der Schießgruppe des Schützenvereins Damm gegeben. Motoren waren Aaliyah Yesim, Ben Heyne, Kyan Komosz, Lara Kamps und Sara Schulte, fünf Mitglieder des seit 2019 regierenden Kinderchützenthrons. Sie baten Jugendwart Bernd Ulland, mit ihnen ein regelmäßiges Training im Schützenhaus auf dem Küpperskamp zu beginnen.

Ulland sagte zu und nahm Kontakt mit Heinz-Wilhelm Schult auf, um ihn als Trainer zu gewinnen. Schult war in den Jahren 1980 bis 1986 Jugendwart in der Dammer Schießgruppe, bevor er im 1986 für zwei Jahre Schießwart wurde und danach bis zum Jahre 1991 erneut das Amt des Jugendwartes übernahm. Seine Trainingsarbeit war so erfolgreich, dass Jungschützen wie Frank Schulte, Dirk Hüfing und Edgar Neuenhoff auch auf Landesebene an Schießwettbewerben teilnahmen.

Am 8. Oktober kamen neun Jugendliche zum Schießstand, um gemeinsam mit Ulland, Schult, Ernst Steinkamp und Franz-Hermann Lichtenberg zu trainieren. Ende Oktober war die Nachwuchsgruppe auf zwölf Jugendliche angewachsen. Vier Jugendtrainer stellen sicher, dass an jedem Freitagabend zwischen 18 und 20 Uhr trainiert werden kann. Auf sechs Bahnen kann parallel mit dem Luftgewehr geschossen werden. Der Abend beginnt in der Regel mit 20 aufgelegten Luftgewehr-Schüssen auf die zehn Meter entfernte Zehner-Ringscheibe. Es folgt das freistehende Schießen mit dem Luftgewehr. Abwechslungsreiche Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ und „17+4“ lassen sich nach den bekannten Spielregeln auch mit den Gewehren nachspielen.

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Dreimal jährlich, im Advent, in der Osterzeit und im Umfeld der Sommerferien, soll es innerhalb der Jugendgruppe einen Schießsport-Wettbewerb geben. Das erste Pokalschießen fand am 10. Dezember statt. Siegerin beim dreimaligen Schießen mit dem Luftgewehr auf eine Zehner-Ringscheibe wurde Aaliyah Yesim, die 27 von 30 möglichen Ringen erzielte. Mit 26 Ringen belegte Therese Hemmert den zweiten Platz vor Lara Kamps mit 25 Ringen. Schützen-Präsident Bernd Abel ließ es sich nicht nehmen, zur Siegerehrung zu kommen, um der Siegerin einen Wanderpokal zu überreichen. Für Therese Hemmert, Aaliyah Yesim, Lara Kamps, Lyn Domeyer, Nils Schulte, Ben Ridder, Ben Heyne, Pablo Dienefeld-Gomez, Luca Axmann, Sara Schulte war es eine willkommene Abwechslung im Schermbecker Ortsteil Damm.

„Unsere wesentliche Aufgabe ist es, Jugendliche zu fördern“, sagt Heinz-Wilhelm Schult über die wöchentliche Nachwuchsarbeit im Schießstand. Irgendwann werden die leistungsstärksten Jungschützen Interesse an einem Leistungstraining zeigen, das der Schützenkreis 013 Rees-Bocholt in Brünen veranstaltet. „Als zukunftsorientierter Verein haben wir selbstverständlich die Jugend im Blick und müssen uns intensiv um Nachwuchs kümmern“, ist Jugendwart Bernd Ulland überzeugt. Der hatte Mitte der 1970er-Jahre eine ähnliche Erfahrung gemacht.  Mit 14 kam er erstmals zur Jugendgruppe innerhalb der Dammer Schießgruppe, um unter der Leitung von Günther Heyne das Rüstzeug zu erwerben, an Meisterschaften teilzunehmen. Anfang des neuen Jahrtausends wurde er zum Nachfolger des Jugendwarts Karsten Ufermann gewählt.

Schießsport steigert die körperliche Fitness. Kraft und Koordination werden ebenso gefördert wie die Ausdauer, die Beweglichkeit und die Geschicklichkeit. Besonders beansprucht werden die Wirbelsäule, die Nackenmuskulatur und der Schultergürtel. Bereiche, die bei Schülern während des Unterrichtes, bei den Hausaufgaben und im Umgang mit IT-Geräten in der Freizeit eher verkümmern. Über die richtige Atemtechnik wird die Sauerstoffzufuhr reguliert. Man muss lernen, ruhig zu stehen und mit dem Körper zu balancieren. Konzentration ist besonders wichtig.

„Die Waffe als Instrument der Gewalt rückt beim Schießsport vollständig in den Hintergrund“, stellt Bernd Ulland fest. In den verschiedenen Disziplinen dieses Sports gehe es schlichtweg um den Umgang mit Sportgeräten auf zugelassenen Schießständen – natürlich unter Einhaltung der größtmöglichen Sicherheitsstandards. Der Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung werde ebenso trainiert wie die mentale Stärke der Sportler, so Ulland.

„Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Jugendarbeit in den letzten Monaten so gut vorangekommen ist“, lobt Präsident Bernd Abel das Trainerteam. Und der hofft sehr, „dass es auch so bleibt.“