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Wesel: Vulkan Trepper ist nichts heilig

Wesel : Vulkan Trepper ist nichts heilig

Die St. Antonius-Schützenbruderschaft Ginderich präsentierte in seiner Kabarett-Reihe Wolfgang Trepper. 150 Besucher amüsierten sich königlich über Gags wie: "Grand-Prix in Düsseldorf ist wie Olympia in Drevenack."

Als gelernter Hörfunkjournalist ist Wolfgang Trepper ein Mann des Wortes. Auf der Bühne ist der Duisburger rein vom Gesprochenen her eine Mischung aus Wasserfall und Vulkan und dabei ebenso reichhaltig wie explosiv.

Was wohl die wenigsten über den aus TV und Funk bekannten Kabarettisten wissen, ist: Trepper hat vor gar nicht allzu langer Zeit am linken Niederrhein gewohnt, genauer gesagt in Birten. Deshalb zögerte Trepper nicht lange, als ihn eine Anfrage der Schützenbruderschaft St. Antonius aus Ginderich erreichte, ob er im Rahmen der vom Verein vor zwei Jahren initiierten Kabarett-Reihe auftreten würde.

Seit 2009 veranstalten die Schützen einen Kabarett-Abend pro Jahr, der stets für gute Resonanz sorgt. "Wir haben mit 80 Leuten angefangen. Heute sind es etwa 150", berichtete Mitorganisator Bernd Große-Holtforth. "Ich habe hier in der Kneipe mal Silvester gefeiert", verriet Trepper im rappelvollen Saal der Gaststätte "Zur alten Post".

Themen, die das Leben bietet

Wenn er nicht gerade auf Tour ist, pendelt der Kabarettist zwischen seinen Wohnsitzen Duisburg und Hamburg. Mit seinem zu großen Teilen improvisierten Programm traf Trepper genau den Nerv des Publikums. Seine Themen findet er im täglichen Leben. Präsentiert werden diese dann reichlich überzeichnet und angereichert mit viel Ironie und Sarkasmus.

Der ewige Kampf der Geschlechter war so ein Thema, das der Duisburger genüsslich ausschlachtete. Dass die Frauen dabei nicht ganz so gut wegkamen, wurde ihm von der weiblichen Hälfte des Publikums gnädig verziehen. Wer nämlich nicht mal über sich selbst lachen kann, hat bei Trepper schon gleich verloren.

Das bekamen auch Zuschauer zu spüren, die der Kabarettist bei seinem Auftritt auf dem "Kieker" hatte. Während der Vorstellung aufstehen oder Programmpunkte kommentieren — "Vergehen" wie diese wurden sofort geahndet. "Das hier ist keine Waldorfschule, wo jeder mit diskutieren kann", frotzelte Trepper. In seiner Darstellung wurde der samstägliche Gang zum Bäcker oder der Kauf einer Hose beim Herrenausstatter zur Farce.

"Heulboje" Lena

Trepper lästerte über die Flut an Koch-Shows im deutschen Fernsehen ("Gastritis-TV") und meckerte gnadenlos über Grand-Prix-Siegerin und ESC-Titelverteidigerin Lena ("diese Heulboje").

"Grand Prix in Düsseldorf, das ist so als würde sich Drevenack um die Olympischen Winterspiele bewerben." Ein gewagter Vergleich. Auch Politiker wurden nicht geschont. Beim Publikum kam der raubeinige Humor bestens an.

(RP)