Wesel: Vorschläge für Integrationspreis

Wesel : Vorschläge für Integrationspreis

5850 Menschen mit ausländischem Pass lebten Ende 2017 in Wesel, das sind 9,4 Prozent der Einwohner, ein im Vergleich zu vielen anderen Städten geringer Bevölkerungsanteil. Darin sieht Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp einen Vorteil: Diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, ist machbar. Und es gibt zahlreiche Weseler, die ganz im Stillen dabei helfen, dass es gelingt: Solche Personen oder Gruppen sucht der Integrationsrat. Auch 2018 wird es wieder einen Integrationspreis geben, mit 750 Euro dotiert und von der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe bezahlt.

Bis zum 27. April können Bürger sowie Kindergärten, Schulen, Vereine, Verbände oder sonstige Einrichtungen Vorschläge für den oder die Preisträger an die Geschäftsstelle des Integrationsrats, Jennifer Heckes, Klever-Tor-Platz-1 in Wesel schicken. Der Integrationsrat wird am 29. Mai über den Preisträger entscheiden. Verliehen wird die Auszeichnung traditionell bei den Interkulturellen Tage am 7. September, nachdem die Stadt am 6. September den Neubürgerempfang für Zugewanderte mit deutschen Pass ausgerichtet hat. Am 9. September folgt der Bunte Markt am Rathaus.

Integration, das ist in erster Linie Sprache, ohne sie ist keine Kommunikation möglich. Durch die vergleichsweise überschaubare Anzahl ausländischer Bürger in der Stadt kennen VHS - durch die Sprachkurse - und Flüchtlingshilfe viele Familien persönlich, können sie ansprechen und einladen. "Integration ist mehr als die Leute nur aufzunehmen", sagt Reinhard Hoffacker von der Sparkasse. Es gehe darum, die Barrieren zu überwinden, um Respekt und Akzeptanz auf beiden Seiten. Neben dem Spracherwerb sind das Verständnis für hiesige Sitten und Gebräuche, aber auch für Recht und Gesetz weitere Hürden, die Zugezogene nehmen müssen. Die Flüchtlingshilfe, im Jahr 2009 selbst erste Trägerin des Preises, hilft in Alltagsfragen. Auch Mitglieder des Integrationsrates sind in dieser Mission unterwegs. Ein Problem nennt Fahri Özbektas, stellvertretender Vorsitzender: "Wir müssen mehr über die Gesetze informieren. Viele Ausländer verstehen nicht, dass sie ihre Kinder nicht einfach eine Woche vor Ferienbeginn aus der Schule nehmen können, um in die Heimat oder in den Urlaub zu fahren", sagt er. Wie manche Deutsche auch wollen sie die günstigeren Flug- und Übernachtungspreise nutzen. "Ich muss ihnen erklären, dass es verboten ist und viel Geld kosten kann."

(sz)
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