Vor 25 Jahren wurden die Unabhängigen Sozialen Demokraten in Dingden gegründet

USD wurde vor 25 Jahren gegründet : Die anderen Sozialdemokraten

Die Unabhängigen Sozialen Demokraten (USD) sind starker politischer Faktor in Hamminkeln. Vor 25 Jahren, am 8. März 1994, wurde die Partei gegründet. Ihr Jubiläum feiert sie später. Ein Blick zurück.

Es klingt ein bisschen nebenbei, wie Parteivorsitzender und Ratsmitglied Dieter Stiller auf ein besonderes Jubiläum hinweist. In letzter Minute sozusagen erinnerte er an den 8. März 1994. Damals, vor 25 Jahren, gründeten sich die Unabhängigen Sozialen Demokraten (USD) mit Schwerpunkt Dingden in der Gaststätte Zur alten Mühle, natürlich in Dingden. Aktuell wird das nicht gefeiert, aber bald. „Wir haben uns entschlossen, diesen besonderen Tag in der wärmeren Jahreszeit fernab vom Karneval und Fastenzeit gebührend zu feiern“, sagt er.

Die USD ist entstanden, als Wählervereinigungen aufblühten. Viele Gruppen sind wieder verschwunden, die USD ist im Hamminkelner Parteienspektrum bürgernaher und besonders in Dingden geschätzter Faktor geblieben. Ihr Erfolgsgeheimnis heißt Bürgernähe und Engagement. 1994 zählten Clemens Ridder im Amt des Vorsitzenden, der heutige Fraktionschef Helmut Wisniewski als sein Vize und Rigobert Goronczy als Beisitzer zu den Gründungsvätern. Sie waren fünf Jahre zuvor für die SPD in den Rat eingezogen, gaben ihr Parteibuch nach Ärger um die Schulpolitik – Gesamtschule versus Realschule – zurück und machten als unabhängiges Trio für Dingden Politik.

Mit im Boot war auch Helmut Hoffmann als Kassierer, heute ist er das Ratsmitglied Nummer vier der USD in Hamminkeln.  Gabriele Fischer-Düvel war damals wie auch heute wieder Schriftführerin. „Zwischenzeitlich war sie auch einige Jahre als Vorsitzende aktiv. Beisitzer waren noch Birgit Maibom und Alfred Marschner“, erzählt Dieter Stiller.

Die vor 25 Jahren entwickelte Idee von Kommunalpolitik der Unabhängigen wirkt fort. Verlässlich ist die USD bis heute. Einen gewissen unabhängigen Geist zeigen die USDler ebenfalls. Leute wie Helmut Wisniewski sind nicht nur allseits bekannt im Dorf, Mitglieder in Vereinen und Initiativen, sie packen mit an, wenn es um praktische Umsetzung geht. Der Erhalt des Freibades Dingden ist und bleibt das bekannteste Beispiel. Wisniewski ist der Kümmerer-Typus, wie er im Buche steht.

Der Begriff „Kirchturmpolitiker“ bekommt so den Klang eines Kompliments. Wisniewski (70) sagt: „Unsere Stärke ist, nah am Bürger zu sein und nichts Utopisches zu versprechen. Wir haben gute Arbeit geleistet.“ Das erkennt unter anderem Bürgermeister Bernd Romanski an, der bei seiner Wahl mächtig von der USD unterstützt wurde und den Einsatz der USD schätzt – auch als verlässlicher Partner bei Ratsentscheidungen. Dass die USD dabei gerne Stachel im Fleisch der politischen Mitbewerber, insbesondere der CDU, ist, gehört zum Spiel dazu. Die SPD, für die Ridder 1989 in der Hochburg ein Direktmandat geholt hatte, leidet bis heute unter dem Verlust.

Der politische Start 1994 war fulminant. Mit 37,5 Prozent allein in Dingden holte man so viel wie die FDP in der ganzen Stadt. Aus drei Mandaten wurde 2009 vier. Der Kümmerer-Ansatz ist feste Größe geblieben genauso wie die Keimzelle Dingden. In anderen Ortsteilen tut sich die USD schwer, obwohl sie im ganzen Stadtgebiet antritt. Wie geht es weiter mit der USD? Die Überalterung ist auch für die Unabhängigen ein Thema.

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