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Hamminkeln: Vom Dach zur Freude am Stromzähler

Hamminkeln : Vom Dach zur Freude am Stromzähler

Wenn Rafael Schnelting neuerdings in seiner Garage den Stromzähler betrachtet, hüpft sein Herz vor Freude. Der dreht sich in eine Richtung, die ihm Geld bringt statt eine Rechnung beschert. Er hat seit gut drei Wochen eine Solaranlage mit 42 Modulen auf dem Dach seines acht Jahre alten Häuschens an der Bahnhofstraße in Mehrhoog. Und die rechnet sich, ist der Schlosser fest überzeugt, der sonst sein Geld bei Winergy mit dem Bau von Windkraftanlagen verdient.

Für den Familienvater ist die Investition in die umweltfreundliche Technik in allererster Linie "eine Geldanlage". Er habe sich seit Jahren mit dem sonnigen Gedanken getragen, aber lange Zeit habe sich's kaum gerechnet, weil die Solarmodule einfach zu teuer waren. Seit Jahresfrist seien die Kosten für umweltfreundliche Energiegewinnung um mehr als ein Viertel gesunken, so dass er nun mit Freuden der Firma van Rienen in Mehrhoog den Auftrag erteilt hat, sein Dach zum Sonnen-Kraftwerk umzurüsten.

Das Geld hatte er auf der hohen Kante. Statt es weiter auf dem Sparbuch zu parken oder es an der Börse kaum kalkulierbaren Risiken auszusetzen, habe er's sich aufs Dach gepackt. "Auch als Alterssicherung", so der Monteur, der mit heller Freude feststellt, "dass ich die ersten Euros schon verdient habe", weil er ins Netz einspeist. "Das rechnet sich auch für Leute, die fremdfinanzieren müssen", so der 41-Jährige, für den die Kalkulationsmaschinen im Internet so vertraut sind wie Taschenrechner. Er denkt bereits über den nächsten Schritt nach, den selbst erzeugten Strom, selbst zu verbrauchen, um die Rechnung noch günstiger zu gestalten. Aber noch sei's technisch nicht so weit, weil tagsüber kein Strom gespeichert werden könne.

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7,6 Watt bringt sein Öko-Kraftwerk und einen Ertrag von rund 230 Euro pro Monat, "ohne dass ich eine Finger krumm machen muss". Klar, dass das Schule macht. "In meinem Bekanntenkreis greift die Idee um sich", sagt der Mehrhooger. Sonnenkraft verspreche verlässlichen Zins über Jahre.

Nach acht Jahren, so Schnelting, komme er in die Gewinnzone und verdient noch zwölf Jahre richtig Geld, weil die zugesicherte Vergütung von 43 Cent pro Kilowatt so lange läuft. In dieser langen Zeit macht der Blick auf den "Geldzähler" noch viel mehr Freude und der Anleger strahlt mit der Sonne um die Wette – "selbst bei schlechtem Wetter".

(RP)