Schermbeck: Volksbank wünscht sich mehr Bauland

Schermbeck : Volksbank wünscht sich mehr Bauland

Bei der Vorstellung der Jahresbilanz forderte Vorstandsmitglied Rainer Schwarz die Schaffung von mehr Land zum Bauen sowohl für private als auch gewerbliche Zwecke. Mit dem eigenen Geschäftsergebnis ist er zufrieden.

Die Rückschau auf das vergangene Geschäftsjahr und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung standen im Mittelpunkt einer Pressekonferenz, zu der die Volksbank Schermbeck eingeladen hatte.

"2016 war nicht nur ein tolles Jubiläumsjahr für die Volksbank, es war auch ein erfolgreiches Geschäftsjahr", bilanzierte Vorstandsmitglied Rainer Schwarz und ergänzte, "unseren Kunden und Mitgliedern geht es gut. Die Unternehmen sind im Wesentlichen zufrieden und die Privatkunden freuen sich über wachsendes Vermögen und investieren weiterhin vor Ort".

Die geschäftlichen Eckdaten präsentierte Norbert Scholtholt aus dem Vorstand. Das Kreditgeschäft wurde um 13 Millionen Euro auf insgesamt 369 Millionen Euro ausgeweitet. Knapp 330 Millionen Euro beträgt das Anlagevolumen der Privatkunden. Das sind fast zwölf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Scholtholt berichtete von deutlichen Verschiebungen in den Geldanlagen der Kunden. Durch die politisch gewollten Niedrigzinsen hätten sich viele für Geldanlagen in Aktien und Fonds entschieden.

Das Gesamtkundenvolumen ist um 19 Millionen auf 876 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 2,2 Prozent. Als weiteren Grund für die gute Position der Volksbank nannte Scholtholt den deutlichen Ausbau der Rücklagen. Die Geschäftslage erlaube die Auszahlung einer sechsprozentigen Dividende, falls die Vertreterversammlung zustimmt. Auch der Gemeindehaushalt profitiert von den geschäftlichen Erfolgen der Volksbank. Im vergangenen Jahr steuerte die Volksbank insgesamt 1,6 Millionen Euro an Gewerbe- und Körperschaftsteuer bei. Das waren 600.000 Euro mehr als 2015.

Die Volksbank vermittelte 245 Immobilienfinanzierungen, die über 50.000 Euro lagern. Das gesamte Finanzierungsvolumen belief sich auf rund 37 Millionen Euro. 45 vermittelte Objekte befanden sich in Schermbeck. "Und es hätten deutlich mehr sein können, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe", sagte Schwarz. Schermbeck benötige dringend zusätzliches Bauland - sowohl für die private als auch für die gewerbliche Nutzung. Derzeit laufen Gespräche mit der Gemeinde. "Die müssen aus unserer Sicht zügig und erfolgreich sein, um die Entwicklung des Ortes nicht zu verschlafen." Wie groß das Interesse an Schermbecker Bauland ist, machte Schwarz am Beispiel des Baugebietes Mühlenbach deutlich, wo es nach zwei Jahren nur noch zwei Restgrundstücke gebe.

Schwarz schloss zwar für die Zukunft nicht aus, dass man über eine Fusion mit anderen Genossenschaftsbanken nachdenken müsse, aber gegenwärtig stehe das nicht zur Diskussion.

Jenseits von Fusionsbestrebungen gebe es aber Gespräche mit benachbarten Banken, um gemeinsame Projekte zu gestalten. "Gahlen steht nicht zur Diskussion", sagte Schwarz auf die Frage, ob die Zweigstelle südlich der Lippe erhalten bleibe.

Um die Zukunft der Volksbank noch besser gestalten zu können, wurde aus dem Kreis der 73 Mitarbeiter ein elfköpfiges Team gebildet, das an dem Projekt "Zukunft 2022" arbeiten wird. Die Teammitglieder Thorsten Buchholz und Wolfgang Lensing stellten das Projekt vor. Die Gruppe bekommt jede Menge Freiheit und Ressourcen für ihre Vorschläge. "Wir dürfen uns mit der Zukunft unserer Volksbank beschäftigen, positiv, ohne Denkverbote", so Buchholz.

Das Ziel bestehe darin, die Volksbank zu einem besonderen Kundenerlebnis werden zu lassen. Dabei stünden alle Themen auf dem Prüfstand. Dazu gehöre die Personalsituation ebenso wie die neuen und zukünftigen technischen Möglichkeiten, außerdem die Entwicklung der Region in den Bereichen Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur.

(RP)