Wesel: Volksbank will neue Zentrale nach Fusion

Wesel : Volksbank will neue Zentrale nach Fusion

Die Weseler Mitglieder haben mit 98,5 Prozent für die Fusion mit der Volksbank Dinslaken gestimmt. In Friedrichsfeld soll eine neue Zentrale entstehen. Das Grundstück ist schon baufertig gemacht, jetzt wird die Realisierbarkeit geprüft.

Mit großer Mehrheit haben die Mitgliedervertreter der Volksbank Rhein-Lippe für die Fusion mit der Volksbank Dinslaken gestimmt. 98,5 Prozent Zustimmung in Wesel, zuvor 96 Prozent in Dinslaken - das ist ein breiter Rückhalt für den Zusammenschluss. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 soll die Fusion gültig werden.

Die Vorstände (v. l.).: Gerd Hüsken, Claus Overlöper, Gerhard Wölki, Gerhard Bremekamp, Ulf Lange. Foto: Volksbank

Die Volksbank prüft nun, an welchem Standort sie ihr neues zentrales Verwaltungsgebäude errichtet. Klarer Favorit ist dabei ein Neubau in Friedrichsfeld auf einem Teil des sogenannten Paurat-Grundstücks am Ende der Poststraße. Das dortige Areal ist 25.000 Quadratmeter groß. Als Alternativfläche galt bisher der Große Markt in Wesel, wo die Volksbank Rhein-Lippe ihren Sitz hat. Das dortige Gebäude ist aber nur zum Teil in Volksbank-Besitz. Die Tendenz geht nach Informationen unserer Redaktion klar zum Standort Friedrichsfeld - wegen der noch offenen Fusionsfrage war dieses Thema aber hintenan gestellt worden. Sechs Bürostandorte gibt es bisher - der Zusammenschluss würde mit einem Neubau zwischen Wesel und Dinslaken auch symbolisch ein Zeichen setzen, dass beide Standorte gleichwertig im neuen Unternehmen aufgehen.

Die nächsten zwei bis drei Monate will die Bank nutzen, um einen Beschluss zu fassen. In dieser Zeit soll entschieden worden sein, für wie viele Mitarbeiter Platz in der neuen Zentrale benötigt wird, welche Büroräume und welche Schulungsräume nötig sind.

Das Grundstück in Friedrichsfeld ist im Eigentum der Bank, es befindet sich schon im baureifen Zustand, wie der Vorstand der Volksbank Rhein-Lippe, Ulf Lange, auf Anfrage bestätigte. Jetzt gehe es auch um die weitere Vermarktung des Areals, auf dem die Firma Paurat früher Bohrmaschinen für den Bergbau produzierte. Deren Gebäude waren im vergangenen Jahr abgerissen worden. Neben der Volksbank sollen nach bisheriger Planung am Standort auch Wohnungen und Gewerbebetriebe angesiedelt werden.

Die Niederrheinhalle war sehr gut gefüllt, als die Volksbank ihren Mitgliedern dort die Fusionspläne erläuterte und auf das erfolgreiche vergangene Geschäftsjahr zurückblickte. Ein Plus von 4,5 Prozent bei der Bilanzsumme sorgte 2017 dafür, dass diese mit rund 1,035 Milliarden Euro erstmals die Milliarden-Marke knackte. Vorstandsmitglied Gerd Hüsken erklärte den Mitgliedern, dass dies nur deshalb möglich geworden sei, weil die Bank immer wieder über Erneuerungen nachgedacht habe.

"Wir bauen um" sei seit Jahren das Motto der Bank. "Es hat sich gelohnt, manch alten Zopf abzuschneiden." Es war Hüskens letzte Vertreterversammlung vor dem Ruhestand. Ungewöhnlich in der Bankbranche: Vor vollem Haus trug Hüsken zum Abschied ein Wilhelm-Busch-Gedicht vor.

Die neue Bank trägt den Namen Volksbank Rhein-Lippe eG und weist eine Bilanzsumme von knapp 1,4 Milliarden Euro auf. 310 Mitarbeiter kümmern sich an 24 Standorten in Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Voerde und Wesel um rund 31.500 Mitglieder und etwa 70.000 Kunden. Fusionsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, betonten die Vorstände Gerhard Bremekamp, Gerd Hüsken, Ulf Lange, Claus Overlöper und Gerhard Wölki. Die Banken seien "kerngesund und solide aufgestellt" .

(RP)