Einweihung Volksbank stellt Neubau in Schermbeck vor

Schermbeck · Mehr als 200 Arbeiter waren am neuen Volksbank-Bau in Schermbeck beteiligt. Am Wochende wurde das Gebäude eingeweiht. Was das Bankhaus dort jetzt vor hat.

Die Vorstandsmitglieder  Stefan Korte, Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt (v.l.) führten am Samstag durch den Erweiterungsbau der Volksbank (im Hintergrund).

Die Vorstandsmitglieder  Stefan Korte, Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt (v.l.) führten am Samstag durch den Erweiterungsbau der Volksbank (im Hintergrund).

Foto: Scheffler

Die Volksbank Schermbeck öffnete am Samstag zwischen 11 und 16 Uhr ihre Türen und stellte ihre neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vor. Schon zur offiziellen Eröffnung des Neubaus waren zahlreiche Zuschauer gekommen. So konnten sie miterleben, wie die Baumaßnahme von den Bankern und vom Bürgermeister Mike Rexforth bewertet wurde.

„Wir im Aufsichtsrat freuen uns, dass wir heute gemeinsam die Erweiterung der Volksbank Schermbeck eröffnen dürfen“, versicherte der Aufsichtsratsvorsitzende Eduard Kolkmann. Das neue Gebäude sei ein klares Bekenntnis zur dauerhaften Selbstständigkeit als letzte Ortsbank im Kreis Wesel und zu dem Nutzen, den die Volksbank für die Gemeinde stifte, sei es durch Arbeitsplätze, Steuerzahlungen oder umfangreiche Unterstützung verschiedenster Organisationen.

Den Reigen der Redebeiträgen des dreiköpfigen Vorstands eröffnete Norbert Scholtholt mit einem Rückblick auf die Planungs- und Bauphase. In den Jahren 2014/15 entstand die Idee, die Volksbank an der Mittelstraße zu vergrößern. Im Januar 2017 begannen die Planungen. Am 11. Mai 2020 wurde der Bauantrag beim Kreis Wesel eingereicht. Elf Monate später, am 12. April 2021, wurde der Erweiterungsbau genehmigt. Der erste „Spatenstich“, den ein Bagger vornahm, fand am 16. August 2021 statt. Bis zur jetzigen Inbetriebnahme vergingen 25 Monate und zwei Tage. Das, so Scholtholt, sei eine kurze Bauzeit für so ein umfangreiches Vorhaben. Dazwischen habe man etwa 600 Sicherungen verbaut, gute 21.000 Meter Kabel und Leitungen installiert, fast 900 Steckdosen eingesetzt und 270 Datenports angelegt; 370 Leuchten werden durch eine eigene PV-Anlage auf dem Dach versorgt. 7.280 Meter Fußbodenheizungsrohre werden über eine 36 kW leistungsstarke Wärmepumpe versorgt und die Klimatechnik wurde mit einem Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet. Das Klimasystem wird weitestgehend regenerativ versorgt. „Daran beteiligt waren 37 Firmen“, so Scholtholt, „viele davon sind unsere Bankkunden und wir arbeiten seit Jahren, seit Jahrzehnten zusammen. Über 200 Handwerker hätten mit angepackt; entstanden sei im Ergebnis ein modernes Bankgebäude mit einer Gesamt-Nutzfläche von 709 Quadratmetern.

Das Vorstandsmitglied Stefan Korte stellte geplante innerbetriebliche Veränderungen vor. Es sind Gruppenarbeitsräume für die Mitarbeiter entstanden. Die Menschen mit ähnlichen Aufgaben säßen zusammen, tauschten sich aus und vermittelten ihr Wissen. Ideen könnten im Kollegenkreis diskutiert werden, ohne lange interne Besprechungen anzusetzen. Nachwuchskräfte profitierten vom Wissen des Routiniers. Den Alten würden von den Jungen neue Sichtweisen aufgezeigt. Die Volksbank praktizierte individuelle Arbeitsmodelle für die Mitarbeiter. Das klassische Modell „von 8 bis 4 am Schreibtisch“ sei inzwischen Geschichte. Stattdessen wird eine Teilzeit von 20 bis 90 Prozent angeboten, außerdem mobiles Arbeiten an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten. In den Abteilungen gibt es individuelle Absprachen, wie viele Bürotage notwendig seien.

In seiner kurzen Ansprache lobte Bürgermeister Mike Rexforth das gute Zusammenspiel zwischen der Gemeinde und der Volksbank und den Blick nach vorne, den die Volksbank praktiziere, statt nach rückwärts zu schauen.

Beim anschließenden Rundgang durch das Gebäude wurden den Besuchern die baulichen Besonderheiten des 35 Meter langen Erweiterungsbaus vorgestellt. Die Höhen des Neubauteiles habe man vom Bestandsgebäude und von den Bauten in der Nachbarschaft aufgenommen. Parallel zur Apothekerstege entstand bis zur Landwehr ein Baukörper, der optisch in mehrere Teile gegliedert wurde, um den Charakter von einzelnen Stadthäusern zu erwecken. Der jetzige Eingang an der Mittelstraße bleibt bestehen. Hinzu kam ein zweiter Eingang, über den barrierefrei die einzelnen Etagen des dreigeschossigen Neubaus erreicht werden können. Eine große Glasfassade im mittleren Stockwerk trägt optisch dazu bei, dass der lange Baukörper gegliedert wird und dadurch nicht so massiv erscheint. Die Glasfassade ermöglicht einen Blick über den Grünzug in der Wallgrabenzone. Neue Arbeitsformen wie das Job-Sharing, das Desk-Sharing, das Co-Working und die immer bedeutsamer werdende Beratung per Videochat macht einen festen Tisch im Bankgebäude für jeden Mitarbeiter überflüssig.

Ein umfangreiches Besucherprogramm wurde den Besuchern am Samstag auch auf dem Parkplatz in der Wallgrabenzone angeboten. Für Kinder stand eine große Hüpfburg bereit oder eine Cashbox, in der wirbelnde Scheine gefangen werden konnten. An einigen Stationen wurde gebastelt oder es wurden kleine Spiele angeboten. Die Bewirtung übernahmen die Landfrauen aus Damm und Bricht, der Wassersportverein Schermbeck und der TuS Gahlen. Die Preise waren familienfreundlich, alle Einnahmen gingen direkt an die drei Vereine als Dankeschön für deren Engagement vor Ort.

Wer beim Schätzen der Summe aller Münzen in einem großen Glas am nächsten an den tatsächlichen Geldbetrag kam, wird mit einem Preis belohnt. Die Gewinner werden in den nächsten Tagen informiert.

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