Volksbank Rhein-Lippe schöpft Stärke aus ihrer sozialen Verantwortung

Wesel/Dinslaken: Die Volksbank baut an ihrer Zukunft

Der Bauantrag für die neue Verwaltungszentrale der Volksbank Rhein-Lippe in Friedrichsfeld soll im März/April kommenden Jahres abgegeben werden. Das 15-Millionen-Projekt soll Anfang 2012 fertig sein.

Ein knappes halbes Jahr nach ihrer juristischen und technischen Fusion zieht die Volksbank Rhein-Lippe eine positive Zwischenbilanz. Die Verschmelzung der Volksbank Dinslaken mit dem Weseler Nachbarn sei gut vorangekommen, sagte Vorstand Gerhard Bremekamp am Freitag in Wesel. Zur umfassenden Modernisierung des nun 313 Menschen (darunter 29 Auszubildende) starken Unternehmens gehört auch der Neubau einer gemeinsamen Zentrale. Wie mehrfach berichtet, ist dazu das ehemalige Paurat-Gelände in Friedrichsfeld auserkoren worden. Für rund 15 Millionen Euro soll dort die Verwaltungszentrale entstehen.

Die neue Heimat für gut 100 Mitarbeiter soll im März/April kommenden Jahres mit der Abgabe des Bauantrags auf den Weg gebracht werden. Spatenstich könnte Ende 2019 sein, die Fertigstellung Anfang 2021. Erste Entwürfe hat das Büro Neunzig Grad Hülsdonk aus Voerde erstellt. Wie Vorstand Gerd Hüsken unterstrich, sollen „selbstverständlich“ nur Unternehmen aus der Region mit der Ausführung beauftragt werden. Damit das Geld – ganz im Sinne des Genossenschaftsinitiators Raiffeisen – in der Region bleibt. Es soll kein Prachtbau werden, sondern ein vielseitig nutzbares Gebäude mit moderner Infrastruktur für die Mitarbeiter. Auch größere Kundenveranstaltungen sollen in Friedrichsfeld stattfinden können.

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Der Neubau hat zur Folge, dass an jenen Standorten, die zurzeit noch Verwaltungsabteilungen beherbergen, räumliche Kapazitäten frei werden, die dann anders vermarktet werden sollen. In Wesels Zentrale am Großen Markt betrifft dies beispielsweise die Stockwerke drei bis fünf. In Dinslaken bleibt die Adresse Neutor 23 weiter Anlaufstelle für Kunden, während die Hausnummer 25 leergezogen wird. Letzteres gilt auch für Hamminkeln und Dingden. Am Anspruch, in der Fläche präsent zu bleiben, ändert das nichts. Zurzeit hat die Volksbank Rhein-Lippe 26 Standorte, zehn davon sind Automatenfilialen.

Bremekamp, Hüsken sowie ihre Kollegen Ulf Lange, Gerhard Wölki, Claus Overlöper und Marc Indefrey hoben besonders die intern intensiv und systematisch geführte Wertediskussion hervor. Am Ende des professionell begleiteten Prozesses hatten sich die Begriffe Ehrlichkeit, Vertrauen, Mensch im Mittelpunkt, Verlässlichkeit und Kompetenz herauskristallisiert. Sie verkörpern das, was auch 200 Jahre nach der Geburt Raiffeisens zum Wesen der Genossenschaftsgedankens gehört und weiterhin gehören soll. Gewinne sind nötig, aber einer Profitmaximierung um jeden Preis sieht sich die Volksbank nicht verpflichtet. Vielmehr sei es die soziale Verantwortung. Im Ausblick bis 2025 ist mehr Leistungsfähigkeit als Ziel verankert. Die manifestiert sich unter anderem schon jetzt durch das 135 Millionen Euro betragende Eigenkapital (105 aus Wesel, 30 aus Dinslaken). Wie Bremekamp sagte, ist das Haus damit auch für Firmenkunden aus dem Raum Dinslaken interessant geworden. Ohne die Fusion wäre das nicht möglich gewesen.

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