Volksbank Rhein-Lippe: „Erreichbarkeit ist die neue Öffnungszeit“

Bilanz und Ausblick : Volksbank: „Erreichbarkeit ist neue Öffnungszeit“

Die Genossenschaftsbank zieht eine positive Bilanz und setzt auf Beratung zur Vermögenssicherung.

Die Präsenz mit Filialen in der Fläche und die Zinspolitik sind die beiden Dinge, die Kunden von Geldinstituten derzeit am meisten interessieren. Also die Fragen: Welcher Service wird mir geboten und was bekomme ich für mein Geld? Auf beide will die Volksbank Rhein-Lippe Antworten geben. Das Vorstandstrio Ulf Lange, Marc Indefrey und Claus Overlöper legte am Freitag eine Erfolgsbilanz für 2019 und einen Ausblick vor, der Kundeninteressen in den Mittelpunkt rückte. „Erreichbarkeit ist die neue Öffnungszeit“, sagte Indefrey zu der Entwicklung, nicht mehr an jedem Standort mit Personal vertreten zu sein. Zum einen bewähre sich das frische System der Beratung per Videozuschaltung, zum anderen biete die zeitlich erweiterte digitale und telefonische Betreuung viel flexiblere Möglichkeiten.

In Sachen Zins- beziehungsweise Negativzinspolitik will die Volksbank ihre Kundschaft verstärkt an rentablere Anlagenformen heranführen. An Aktien und Fonds komme laut Lange bei langfristiger Betrachtung niemand vorbei. Die klare Botschaft lautet: Wer Geld auf einem herkömmlichen Sparbuch liegen lässt, verbrennt es. Die Experten der Volksbank wollen mit individueller Beratung den Kunden Wege zum Schutz ihres Vermögens aufzeigen. Gut aufgestellt sehen sie sich dafür und betonten am Freitag ihr Alleinstellungsmerkmal. „Als Genossenschaftsbank ist es unser Anspruch, Mehrwerte für Mitglieder und Region zu schaffen“, sagte Indefrey.

An Zahlen für 2019 lässt sich das ablesen: Die Einlagen der Kunden stiegen um 9,3 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Im Kreditgeschäft verzeichnete die Voba einen Zuwachs von 5,9 Prozent auf 1,132 Milliarden. In der Bilanzsumme kletterte der Wert im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent auf fast 1,5 Milliarden. Beim insgesamt betreuten Volumen (aktiv und passiv) ging es um 8,6 Prozent auf 3,152 Milliarden Euro nach oben. Neue Kredite wurden für 150 Millionen Euro vergeben sowie 158 Immobilien vermittelt.

Positiv bewertet der Vorstand auch das sogenannte Hausbankmodell, bei dem Kunden ihre Treue vergütet bekommen. So wurden 1381 neue Konten eingerichtet und 1173 neue Mitglieder für die Genossenschaft gewonnen. Sie zählte zum Jahresende 2019 nun 31.675 Mitglieder. Mit 350.000 Euro Spenden und Sponsoring unterstützte die Volksbank im vergangenen Jahr gemeinnützige und soziale Einrichtungen, stellt engagierte Mitarbeiter überdies mit Sozialtagen frei.

Von 305 Mitarbeitern sind 29 Auszubildende. Auch in diesem Jahr will die Volksbank Rhein-Lippe zehn junge Leute als Auszubildende einstellen.