Wesel: Vision vom Künstler- und Sportlerhaus

Wesel: Vision vom Künstler- und Sportlerhaus

Politiker begrüßen Idee, den Ex-Flachglas-Verwaltungsbau zu einer Kulturstätte umzubauen. Nun ist Verwaltung am Zug.

Jürgen Möllenbeck hat einen Traum. "Es wäre doch toll", sagt der 49-jährige Weseler, der in der Stadt unter anderem als Chef des Krachgartens (siehe Infobox) bekannt ist, "aus dem alten Flachglas-Verwaltungsgebäude eine Künstler- , Musiker- und Sportlerhaus für deutsche und internationale Gäste zu machen. Das würde der Stadt sicher gut zu Gesicht stehen." Die Idee ist in Gesprächen mit seinem Freund aus Jugendtagen, dem Ratsmitglied Manfred Schramm (Piraten), entstanden. Und weil der gelernte Schreiner einige Gleichgesinnte aus der Region mit dem nötigen Kleingeld als Investoren an der Hand hat, galt es nun in einem ersten Schritt, die Weseler Politik von seiner Vision zu überzeugen.

Bei einem Ortstermin an der Delogstraße, an dem Vertreter von SPD, CDU, FDP und natürlich auch Manfred Schramm teilnahmen, fand das von ihm ausgearbeitete Konzept Gefallen. "Die Grünen, die ich nur telefonisch erreicht habe, zeigten sich ebenfalls angetan. Leider habe ich die Linken vergessen zu kontaktieren", bedauert Möllenbeck. "Aber das werde ich nachholen."

Auch wenn er keine Zahlen nennen möchte, so ist klar, dass in den Backsteinbau an der Einfahrt zum ehemalige Flachglasgelände mehrere hunderttausend Euro investiert werden müssen. Und zwar unter anderem in die energetische Sanierung und den Brandschutz. In den leeren Büroräumen sollen - möglichst barrierefreie - Übungsräume für Orchesterproben mit bis zu 60 Musikern entstehen. Außerdem geplant sind Ateliers für Künstler, Ausstellungsflächen und Leseräume. Auf dem 5000 Quadramter großer Außengelände könnten zudem Fuß- und Basketball-Felder entstehen.

"Mit der Firma Pilkington, die hier auf dem Gelände unter anderem Autoscheiben veredelt, haben wir natürlich schon geredet. Die würden grundsätzlich das Objekt verkaufen unter der Voraussetzung, dass hier beispielsweise auch abends Gabelstapler fahren können. Das wäre für uns vollkommen in Ordnung", sagt Möllenbeck.

Ihm ist bewusst, dass auf ihn und seine Mitstreiter, die etwas für Wesel bewirken möchten, ein langer und steiniger Weg wartet. Und er weiß auch, dass das Vorhaben nur gelingen kann, wenn die Stadt eine Ausnahmegenehmigung erteilt. "Wichtig ist, dass die Sache nun ins Rollen kommt. Mal sehen, was passiert."

Jürgen Möllenbeck wird morgen Vormittag zum Stand der Piraten auf dem Leyensplatz in der Fußgängerzone kommen, wo Manfred Schramm ab 10 Uhr mit interessierten Bürgern über das Thema Jugendangebote in der Stadt sprechen möchte und dann natürlich auch wissen will, was die Weseler von seiner Idee eines Künstler-, Musiker- und Sportlerhauses halten.

(RP)