Schermbeck: Vier Zonen für Windkraft

Schermbeck : Vier Zonen für Windkraft

Die Energiewende ist beschlossen, Windräder im Außenbereich sind gewollt. Im Planungs- und Umweltausschuss, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigte, wurde vorgestellt, wo das in Schermbeck möglich ist.

Die Energiewende findet im ländlichen Raum statt. Das ist klar. Denn dort gibt es die begehrten Flächen, auf denen Investoren ihre Windräder errichten können. Bisher ist das in Schermbeck an drei Stellen möglich — im Osten des Gemeindegebietes. Dort stehen drei kleine Windanlagen. Das war's.

Um das vielleicht zu ändern, beschäftigte sich der Planungs- und Umweltausschuss gestern Abend mit dieser Thematik in einer Sondersitzung. Eingeladen waren zwei Referenten — Stadtplaner Michael Ahn aus Coesfeld, der mögliche neue Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen aufzeigte, und Heinz Thier von der BBWind aus Münster, der sein Modell "bäuerlicher Bürgerwindpark" vorstellte. Im Anschluss daran konnten Bürger Fragen stellen.

Zum Wesentlichen: Wenn alle harten Tabukriterien bestimmt worden sind (zum Beispiel Fläche, Naturschutz, Siedlung, etc.), bleiben maximal (!) vier Konzentrationszonen im Gemeindegebiet übrig, in denen drei oder mehr große Windkraftanlagen (180 bis 220 Meter hoch, 3 MW) gebaut werden könnten. Zu dieser Erkenntnis kommt zumindest Michael Ahn. Genauer gesagt liegen diese Flächen in Overbeck (79 Hektar), Lühlerheim (49 Hektar), Lichtenhagen (60 Hektar) und Rüste (54 Hektar). Bei genauerer Betrachtung fallen aber eine, wenn nicht sogar zwei Flächen weg.

"Lichtenhagen wird schwierig. Nicht nur, weil es sich hier um eine mehrkernige Zone handelt, sondern auch wegen der Landwehr und der Siedlungsnähe", sagt Ahn. Auch beim Standort Overbeck an der Grenze zu Erle hat er Bedenken. "Das Gebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet. Zudem waren unsere Ornithologen dort. Erhöhtes Planungsrisiko." Damit spricht er den Artenschutz an (Vogel- und Fledermausarten), an dem mittlerweile jede zweite Anlage scheitert. Viel besser sieht es hingegen in Lühlerheim und Rüste aus. Letztere Zone sei vor allem wegen der Nähe zur Autobahn attraktiv.

Heinz Thier von der BBWind stellte in seinem Vortrag hingegen ein mögliches Betreibermodell vor. Sein Appell: Landwirte, die die Flächen besitzen, sollten diese nicht an auswärtige Investoren verpachten, sondern mit den Bürgern vor Ort gemeinsam investieren. Bäuerlicher Bürgerwindpark heißt das Ganze. "Das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch Wertschöpfung in der Region", sagt Thier.

(jul)