Wesel: Vier Kandidaten im Doppel-Duell

Wesel: Vier Kandidaten im Doppel-Duell

Bürgermeister-Bewerber stellten sich AVG-Schülern. Grüne befragten Kandidaten auf ihre Art.

Sollten Zweifel daran bestehen, dass sich auch junge Leute ernsthaft und interessiert mit Politik befassen, wurden diese durch die gestrige Podiumsdiskussion mit den vier Bürgermeister-Kandidaten widerlegt. Rund 160 AVG-Schüler - fast ausschließlich Erstwähler - kamen in den Ratssaal. Während der eineinhalbstündigen Debatte folgten die Schüler interessiert den Ausführungen von Ulrike Westkamp (SPD), Jürgen Linz (CDU), Norbert Segerath (Linke) sowie Manfred Schramm (Piraten) und stellten im Anschluss ihre ganz persönlichen Fragen, etwa zur Büdericher "Dönermeile" oder zum Konflikt von Wohnbebauung und Naturschutz.

Zu verdanken hatten die Zehnt- und Elftklässler die Veranstaltung dem 10er-Sozialwisschenschafts-Grundkurs von Lehrerin Indra Schulten. "Wir sind selbst auf die Idee mit der Debatte gekommen", sagte Sebastian Nuyken, der gemeinsam mit Amina von der Linde die Moderation übernahm. Vorausgegangen waren mehrere Monate Vorbereitung. "Wir haben Zeitungsartikel gelesen, im Internet recherchiert und unsere Stufe informiert", sagt Amina. Die beiden Moderatoren hatten sich zudem Anregungen beim RP-Wahlpodium geholt und Vorgespräche geführt. Beim gestrigen Duell, das mit einer lockeren Vorstellungsrunde der Kandidaten begann, in der die Schüler erfuhren, dass auch Ulrike Westkamp Schülerin am AVG war, ging es vor allem um Fragen, die die Schüler beschäftigen - so wie die Entwicklung der Schullandschaft, erneuerbare Energien, Pro-Kopf-Verschuldung, Hallenbad und Jollenhafen, für den sich auch die Segel-AG des AVG eingesetzt hat (RP berichtete). Zudem hatte der Sowi-Kurs eine Umfrage in der Stufe durchgeführt. Das Resultat: jeweils mehr als die Hälfte findet das Freizeitangebot nicht attraktiv und nicht ausreichend, 66 Prozent können sich nicht vorstellen, hier später zu leben. Linz bat darum, Anregungen zur Verbesserung an die Parteien heranzubringen. Weiterer Appell: wählen gehen. "Das mache ich auf jeden Fall. Die Veranstaltung hat mir geholfen, meine Entscheidung zu treffen", sagte Lea Hilgers. Wen sie wählt, das verriet die 16-Jährige natürlich nicht.

(RP)