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Viele Kirchen in Wesel, Schermbeck und Hamminkeln bleiben noch geschlossen

Kreis Wesel : Viele Kirchen bleiben noch geschlossen

Die Gemeinden beider Konfessionen in Wesel und Hamminkeln arbeiten an Öffnungskonzepten. In Schermbeck ist man bereit. St. Ludgerus hat schon ein Konzept erarbeitet. Dort können Gottesdienste gefeiert werden.

Die katholischen und evangelischen Gemeinden in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck arbeiten an Konzepten, wie sie in Zeiten der Corona-Pandemie wieder mit der Gemeinde Gottesdienste feiern können. Allerdings sind die meisten Gemeinden bei ihrer Planung noch nicht so weit, dass sie alle Risiken ausschließen können. Sowohl Pfarrer Thomas Brödenfeld für den evangelischen Kirchenkreis Wesel als auch Stefan Sühling für die katholische Großgemeinde St. Nikolaus Wesel teilen mit, dass am kommenden Wochenende die Kirchen noch nicht wieder für normale Gottesdienste geöffnet sein werden. Auch für das Hamminkelner Stadtgebiet sind noch keine öffentlichen Gottesdienste angekündigt.

Stefan Sühling, Leitender Pfarrer an St. Nikolaus in Wesel und Kreisdechant, kündigt an, dass wohl ab dem Wochenende des 9. und 10. Mai wieder Gottesdienste in drei Kirchen gefeiert werden. Welche dies konkret sein werden, das steht noch nicht fest. „Das hängt unter anderem noch an der Frage der Belüftung in den Kirchen“, erklärt Sühling. Neun Kirchen gehören zu St. Nikolaus. Entsprechend muss Sühling viel koordinieren. In der kommenden Woche will er die Gemeindemitglieder per Mail informieren. Die älteren Gemeindemitglieder, die tendenziell keinen Mailaccount haben, werden schriftlich informiert. 4000 Briefe wird die Gemeinde dafür Anfang nächster Woche versenden.

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Auch die Protestanten in Wesel feiern an diesem Wochenende noch keine öffentlichen Gottesdienste. Superintendent Thomas Brödenfeld rechnet damit, dass im Kirchenkreis Wesel frühestens am 10. Mai wieder Gottesdienste mit Kirchenbesuchern gefeiert werden. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat am Montag das Papier über die Eckpunkte zur Wiederaufnahme der Gottesdienste den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen zukommen lassen. Theoretisch könnten damit ab 1. Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden. „Dieser Maßnahmenkatalog muss nun aber von jeder Kirchengemeinde erst einmal gründlich gelesen und die darin vorgeschrieben Vorschriften umgesetzt werden“, sagt Brödenfeld. So müsse für jede Kirche unter Beachtung des Abstandsgebots eine Höchstzahl an Besuchenden festgelegt und die dann einzunehmenden Sitze markiert werden. In der kommenden Woche sollen die Maßnahmen für jede einzelne Kirche definiert sein. Brödenfeld wird dann von seinen Pfarrerinnen und Pfarrern über die Konzepte informiert und gibt sie frei.

Aus anderen Kirchenkreisen sei ihm bekannt, dass flächendeckend erst zum Pfingstsonntag am 31. Mai wieder gefeiert wird. „Als Leitung weiß ich, dass das dem einen oder anderen in der Bevölkerung vielleicht zu langsam ist. Aber die Evangelische Kirche im Rheinland sieht nicht die vorschnelle und überhastete Rückkehr zu Präsenzgottesdiensten als die vordringlichste Aufgabe an, sondern ein abgestimmtes und verantwortliches Handeln, das dem Schutz der Bevölkerung und der Gemeindeglieder oberste Priorität einräumt.“

In St. Ulrich Alpen – dazu gehören auch die katholischen Gemeinden in Büderich und Ginderich – bleiben die Kirchen zwar am Wochenende für Besuche geöffnet. Allerdings soll es dort nach Absprache aller Gremien trotz neuer Erlaubnis bis mindestens 17. Mai noch keine Gottesdienste geben, wie der Leitende Pfarrer Dietmar Heshe mitteilt. Somit würden auch weiterhin keine Tauffeiern, Hochzeiten, Ehejubiläen und Seelenämter zelebriert. Auch die geplanten Maiandachten entfallen, ebenso wie die Fronleichnamsprozession am 11. Juni in gewohnter Form. Zu den Öffnungen der Kirchen in Ginderich und Büderich samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr werden Seelsorger in der Kirche. Außerdem liegen Gebetsimpulse aus, die für einen persönlichen Gottesdienst genutzt werden können.

Einzig die Gemeinde St. Ludgerus in Schermbeck ist in ihrer Überlegung schon weit. Dort gibt es mit der Ludgeruskirche ein großes Gotteshaus, das gerade erst frisch renoviert worden ist. Die Gottesdiensttermine stehen fest: Samstag um 18 Uhr, Sonntag um 8.30 und 10.30 Uhr, Montag um 18 Uhr, Donnerstag um 19 Uhr und Freitag um 18 Uhr. In einem Rundbrief teilt die Gemeinde die Rahmenbedingungen mit: 60 Personen können in der Kirche Gottesdienste feiern. Sie müssen 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Eingang und Ausgang müssen getrennt sein. Beim Betreten der Kirche sind die Hände zu desinfizieren. Anstelle von Liederbüchern werden Handzettel zur Verfügung gestellt. Ein Mundschutz wird dringend empfohlen, Plätze in der Kirche sind durch Punkte markiert.