Viele Briefwähler - EU bewegt Bürger stärker

Niederrhein wählt EU-Parlament : Viele Briefwähler - EU bewegt Bürger stärker

Eine auffällige Tendenz vermelden die Kommunen Wesel, Hamminkeln und Schermbeck vor der Europawahl: Die Zahl der Briefwähler ist in diesem Jahr deutlich höher. Dies kann ein Zeichen für höhere Wahlbeteiligung sein.

Die Wahlen zum Europaparlament am Sonntag, 26. Mai, gelten im Kreis Wesel als Orientierung dafür, wie sich der Zuspruch zu den großen Volksparteien CDU und SPD entwickelt. Bei der Europawahl im Jahr 2014, damals noch parallel zur Kommunalwahl, erreichten SPD 34,5 und die SPD sogar 38,2 Prozent. Werden solche Werte noch einmal erreicht? Am Sonntag haben 356.673 Wahlberechtigte (Stand: Freitag) im Kreis die Möglichkeit, ihr Kreuz zu machen. 41 Parteien stehen zur Wahl.

Bei der Europawahl 2014 lag die Wahlbeteiligung nur bei 52,7 Prozent und dies, obwohl diese parallel mit der Kommunalwahl lief. Als Indikator für hohe Wahlbeteiligung könnte die Briefwahl gelten. Und hier melden die Kommunen starke Nachfrage. Das Beispiel Wesel: 47.000 Bürger sind hier wahlberechtigt, 7000 hatten bis zum Freitagmittag schon ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. „Eine sehr hohe Zahl“, hieß es aus dem Wahlamt.

Die Botschaft, dass den Menschen diese Wahl wichtig ist, vermittelt auch eine andere Tendenz: So hat das Wahlamt beobachtet, dass in den 42 Weseler Wahllokalen „mehr als genügend“ freiwillige Wahlhelfer zur Verfügung stehen. Das sei in den früheren Jahren auch schon anders gewesen.

Auch Hamminkeln meldet einen starken Anstieg der Briefwähler: 21 Wahllokale gibt es, 21.392 Wahlberechtigte, insgesamt haben bis Stand Freitagmittag 3311 Briefwähler ihre Stimme abgegeben. Das ist deutlich mehr als in 2014 bei der vorherigen Europawahl: Damals waren es insgesamt nur 2900. Schermbeck vermeldet eine ähnliche Tendenz. 11.500 Wahlberechtigte gibt es hier, 2300 Briefwähler haben ihre Stimme schon abgegeben.

Eine offizielle Wahlpräsentation im Weseler Kreishaus wird es am Sonntag nicht geben. Auf der Internetseite des Kreises werden fortlaufend die Ergebnisse dokumentiert. Auch unsere Redaktion informiert auf www.rp-online.de.

Wie wichtig diese Europawahl ist, wird auch an den zahlreichen Appellen deutlich, die Verbände und Institutionen sowie Parteien in den vergangenen Tagen noch einmal ausgesprochen haben. Der Weseler Rat formulierte geschlossen eine Resolution, in der er die Bürger bat, am Sonntag wählen zu gehen. „Geben Sie einem freiheitlich, sozialen, solidarischen, demokratischen, rechtsstaatlichen und friedlichen Europa zur Europawahl am Sonntag, 26. Mai, Ihre Stimme“, formulierte es CDU-Fraktionschef Jürgen Linz. SPD-Kollege Ludger Hovest sagte: „Populisten in vielen europäischen Ländern versuchen Ängste zu schüren, Feindbilder zu propagieren und Europa in Frage zu stellen. Das dürfen wir Demokraten in Wesel als Weselfraktion nicht sprachlos hinnehmen, sondern sollten offen für Europa eintreten.“ Diese Botschaft des Rates sollte Geschlossenheit in der Frage demonstrieren, wie wichtig Europa auch für den Kreis Wesel und den Niederrhein ist.

Die Wahllokale in den einzelnen Kommunen haben am Sonntag, 26. Mai, einheitlich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer nach 18 Uhr kommt und noch in der Schlange steht, darf noch wählen.

(sep)
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