Viel Spaß beider Boßel-Premiere in Ginderich

Ostfriesensport am Niederrhein : Viel Spaß bei Ginderichs Boßel-Premiere

Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur St. Mariä Himmelfahrt Ginderich hat den ostfriesischen Volkssport im Wallfahrtsort eingeführt. Mit Kugeln, Bollerwagen und zünftiger Verpflegung ging es rund ums Dorf.

Um Punkt 14 Uhr versammelten sich am Sonntag gut 20 Menschen mit Leckereien und diversen Getränken im gut gefüllten Handwagen auf dem Gindericher Marktplatz. „Die Grundversorgung ist wichtig – Quatschen und Spaß haben“, erklärt Michael Brinkhoff bei seiner ganz persönlichen Boßel-Premiere. Mit dieser Einstellung stand er an diesem Tag nicht allein. Begrüßt wurde die Schar von Marie-Therese Bauer, der Vorsitzenden des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur St. Mariä Himmelfahrt Ginderich. Sie erläuterte die Grundelemente des Spiels für Brinkhoff und diejenigen, die mit dieser Sportart noch nicht so vertraut waren.

„Es gibt fünf Durchgänge mit Kugeln. Jedes Team wirft einmal und welches Team am weitesten geworfen hat, liegt vorne“, beschrieb sie den simplen Ablauf des Ganzen. „Bei den Kurven werden wir natürlich drauf achten, dass es nicht zum Schummeln kommt“, machte sie klar, dass sie gemeinsam mit Helga Brinkhoff ihrem Amt als Schiedsrichterin gewissenhaft nachgeht.

Boßeln klappt auch ohne große Vorkenntnisse. Das haben die Gindericher am Sonntag bewiesen. Foto: FUNKE Foto Services/Arnulf Stoffel

Im Anschluss machte sich die Schar auf – aus dem Ort heraus, vorbei an der Baustelle auf den Perricher Kirchweg. „Wir haben uns gefragt: Was kann man an Kulturellem anbieten, was allen Spaß machen könnte?“ erklärte Bauer, wie es zu der Aktion gekommen war. „Und das Gute ist, dass man da keine Vorerfahrung für braucht.“ Unterwegs auf dem Weg dachte der Werricher Reiner Jüngling an seine Bundeswehr-Zeit, in der Boßeln praktiziert wurde. „Das war sehr feucht-fröhlich. Und damit war auch Teambildung verbunden, so ähnlich wie hier“. Er erinnerte sich an die diverse „Wasserlöcher und Gräben, wo die Kugeln reinfielen. Die musste man mit dem Korb wieder rausholen – ein Mörderspaß.“

Den ersten Probewurf durfte Andreas Schmitz ausführen, dessen Kugel immer weiter und weiter hüpfte und sich auf dem Weg entfernte. „Ich hab nicht geübt“, sagte der 57-Jährige und sprach von Anfängerglück. Nach ein paar Metern tranken die Teilnehmer erst mal ein kleines Schlückchen. „Wir sind an allen Arten von Sport interessiert – ob rund oder flüssig“, scherzte Christian Anton, der mit ein paar Jungs da war und gleich mit dem Getränkeglas am Band versorgt wurde. „Es wird an der Straße liegen“, meinte Maik Drost aus Büderich später nach seinem Wurf.

Die vier Mannschaften teilten sich dann, liefen Richtung Perrich und Richtung Modellflugplatz jeweils eine Acht und trafen sich dabei wieder. Wichtig waren natürlich die geselligen Pausen. „Die Gruppen scheinen fast ausgeglichen zu sein, sportlich gesehen“, meinte Helga Brinkhoff und bot den Teilnehmern neben Wurst und Käse noch Amaretto zum Veredeln von Kakao und Kaffee an.

Am Ende eines lustigen und unterhaltsamen Nachmittags kehrten die Boßel-Teams zum Grünkohlessen in der Dorfschule ein. Die jungen Leute verabschiedeten sich etwas früher zum Super-Bowl-Gucken, die anderen klönten noch eine Weile. Einig waren sich alle: Das kann es ruhig nochmal in Ginderich geben.

(aflo)
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