Wesel: Viel Beifall für Minister Gröhe beim CDU-Empfang

Wesel : Viel Beifall für Minister Gröhe beim CDU-Empfang

Von der großen bis zur lokalen Politik im rappelvollen Ratssaal. CDU-Kandidat Jürgen Linz umwirbt offen die FDP.

Beim traditionellen CDU-Empfang stand gestern im Ratssaal Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Mittelpunkt. Der frühere CDU-Generalsekretär, der im Kabinett der Großen Koalition zu Ministerehren kam, schritt unter dem Motto "Deutschlands Zukunft – Die Aufgaben der Großen Koalition"gekonnt durch die aktuellen bundespolitischen Themen. Der Neusser, geboren in Uedem, der nächste Woche 54 Jahre alt wird, ist ein politisches Schwergewicht, das im rappelvollen Ratssaal eine aufmerksame Zuhörerschaft erlebte. Bürgermeister-Kandidat Jürgen Linz nutzte die Chance, vor großem Publikum auf die Kommunalwahl einzustimmen. Zu Gast war auch die FDP-Spitze. Linz umwarb sie offen, um nach der Wahl ein "ausgezeichnetes Team im Rat" zu bilden.

Gröhe, der rhetorische Profi, hielt sachlich mit amüsanten Einsprenklern trotz Edharty-Affäre und Ministerrücktritt großkoalitionären Kurs. "Das Land ist bei der Koalition in guten Händen, das Land ist in gutem Zustand", sagte er. Er bekannte sich zu mehr Geld für Bildung und Forschung bei gleichzeitigem Konsolidierungskurs, umschiffte das kritische Thema Mindestlohn mit Sonderlösungen und fand die Frühverrentung mit 63 Jahren ohne Abschlag lebensleistungsangemessen, warnte aber vor der "falschen Richtung", wenn so eine Frühverrentungswelle entsteht. In der Gesundheitspolitik will Gröhe mehr Geld für Pflege und Hospizarbeit ausgeben. Die Kommunen unterstützt er bei ihrer Kritik am Landesentwicklungsplan, der einer Misstrauenserklärung an der kommunalen Entwicklungspolitik gleich komme.

CDU-Kandidat Linz arbeitete sich erstaunlich lang am politischen Gegner ab, wobei er vor allem das Doppel Bürgermeisterin Westkamp/SPD-Chef Hovest kritisierte. Insgesamt findet er, dass Wesel "unter Wert regiert wird und unter seinen Möglichkeiten bleibt". Dann stellte der Fraktionsvorsitzende seine Vorhaben in den Mittelpunkt, sicherte etwa ASG und Stadtwerken mehr Aufmerksamkeit und eine stärkere Rolle zu, wenn er das Bürgermeister-Amt erobern sollte. Auf Linz' Programm steht, einen professionellen Stadtentwickler einzustellen sowie die Zweigstelle der Hochschule Rhein-Waal in Wesel zu installieren. In Sachen Sicherheit und Ordnung will der Christdemokrat die Stadtwacht verstärken. Mehr bezahlbarer Wohnraum solle mit "Bauverein und Privaten" geschaffen werden. Und natürlich die Finanzen, hier gehöre "alles auf den Prüfstand".

(RP)
Mehr von RP ONLINE