Versandung im Bislicher Fähr-Hafen: Nabu setzt auf Durchfluss

Bislicher Streit : Versandung: Nabu setzt auf Durchfluss

Der Naturschutzbund sieht in der Bislicher Fährproblematik wenig eigene Schuld.

Zur Versandungs-Problematik im Bislicher Fährhafen, der die Stadt Wesel nun mit Ausbaggern entgegenwirken will (wir berichteten), hat sich nun die Naturschutzstation Niederrhein Kranenburg gemeldet. Sie ist bekanntlich zuständig für das 2,6-Millionen-EU-Projekt Nebenrinne, das von Kritikern als Ursache für das Dilemma gilt.  Denn bislang fehlt der beabsichtige Durchfluss. Thomas Chrobock, Nabu-Naturschutzreferent, erklärte, dass man an dem Ziel Durchströmung festhalten werde.

„Unser Projekt wurde nach der Plangenehmigung des Fähranlegers aufgrund der Nichtverfügbarkeit eines Grundstücks von einer Nebenrinne zum Seitenarm geändert. Der Einlaufbereich wurde dabei nicht geändert, da der Seitenarm zukünftig zu einer durchströmten Nebenrinne weiterentwickelt werden soll“, sagte Chrobock. Als Mitglied des Beirates des Projektes sei der Heimat- und Bürgerverein Bislich über die Planungen beziehungsweise Planänderungen informiert gewesen. Während dessen Vorsitzender Gerd Hakvoort von geschätzten 4000 bis 5000 Kubikmeter abgelagerten Materials spricht, stützt der Nabu sich auf ein Gutachten. Dies habe ergeben, dass aus dem Einlaufbereich des Seitenarms circa 450 Kubikmeter ausgespült wurden. „Somit ist der Seitenarm nur für einen sehr geringen Teil der gesamten Verlandung des Fähranlegers verantwortlich“, sagte Thomas Chrobock und untermauerte, dass man mit Stadt und Heimatverein Bislich konstruktiv an der Lösung arbeite.

„Das Land Nordrhein-Westfalen hat der Europäischen Kommission gegenüber ein besonders hohes Interesse an der Fortführung des Seitenarms zur Nebenrinne bekundet und wird sich um die Realisierung bemühen. Wann dies geschehen wird, können wir leider nicht vorhersagen“, sagte Chrobock. Spätestens dann, wenn der Durchfluss hergestellt sei, würden im Bereich des Fähranlegers die Ablagerungen aus dem Seitenarm- beziehunghsweise Nebenrinnenbereich stark zurückgehen.

Mehr von RP ONLINE