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Köderboxen in Wesel: Vermehrt Klagen über Ratten auf dem Fusternberg

Köderboxen in Wesel : Vermehrt Klagen über Ratten auf dem Fusternberg

Am helllichten Tag haben sich jetzt die Nager am Bahnhof und an der Henningstege gezeigt. Schädlingsbekämpfer legen im Auftrag der Stadt Köder aus.

Elisabeth Ploch hat kürzlich einen Schrecken bekommen, als sie mit dem Rad auf der Friedenstraße unterwegs war: In Höhe des Bahnhofs spazierten drei größere Ratten durch die Rosenbeete. "Ich habe die Ordnungsmänner am Bahnhof darüber informiert und die Antwort bekommen, dass wir für die Raten Antibabypillen benötigen. Und nun?"

Die Sache mit der Pille für die Ratte war zweifelsohne als Scherz gemeint. Davon geht man jedenfalls beim Weseler Ordnungsamt aus. Kein Scherz ist allerdings, dass verstärkt Bürger im Rathaus anrufen. "Im Mai haben uns 31 Bürger über Ratten informiert", sagte gestern Fachbereichsleiter Gerd Füting. Man gebe die Adressen an die Kempener Firma SPS weiter, die seit Jahren im Auftrag der Stadt Köderboxen aufstellt.

Besuch von einem SPS-Mitarbeiter hatte gestern Christa Kohl, die an der Ecke Henningstege/Wackenbrucher Straße auf dem Fusternberg wohnt. In ihrem Garten, wo sich mehrere Ratten auch tagsüber tummeln, hat der Fachmann Köderboxen mit Gift bestückt. "In dem Hochhaus nebenan reißen die Tiere die Gelben Säcke auf und fressen dort Abfälle", hat Kohl beobachtet. Mit herkömmlichem Gift aus dem Baumarkt sei da nichts zu machen.

Diesen Eindruck kann SPS-Geschäftsführerin Brigitte Schürmann bestätigen: "Hochwirksame Mittel werden nur noch an Experten mit Sachkundenachweiß verkauft", sagt sie. Dass Ratten verstärkt tagsüber auftauchen, liege daran, "dass sie sich an den Menschen gewöhnt haben." Außerdem sei das Nahrungsangebot für Ratten in Zeiten, wo Vögel ganzjährig gefüttert und Lebensmittelreste in Grünflächen entsorgt würden, "einfach paradiesisch." Ihr Tipp: "Wer Ratten entdeckt, sollte das Ordnungsamt anrufen, außerdem keine Speisereste auf den Kompost werfen."

Sie haben ein Anliegen? Rufen Sie unter 0281 14394 werktags von 10 bis 18.30 Uhr an. Mail: wesel@rheinische-post.de.

(RP)