Wesel: Verkündigung allein wirkt nicht mehr

Wesel : Verkündigung allein wirkt nicht mehr

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises richtet ihre Hoffnungen auf den neuen Ratsvorsitzenden der EKD Heinrich Bedford-Strohm. Erhebung über Kirchenmitgliedschaft rückt die Identität der Kirche in die Mitte.

An jedem Platz der Teilnehmer an der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Wesel am Freitag im großen Saal des Weseler Lutherhauses lag die von der Rheinischen Post erstellte halbseitige bebilderte Ankündigung dieser zweitägigen Sitzung. Offen und ehrlich von den Synodalen bedankt.

Offen und respektvoll wie im vorigen Jahr verlief die gesamte Synode unter der Leitung des Superintendenten Thomas Brödenfeld. Die Hoffnungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) richten sich auf den neuen Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, einen intellektuell erprobten Theologen und früheren Mitarbeiter von Bischof Wolfgang Huber. Aufbruch hat die Kirche nötig.

In der Synode ging es naturgemäß um die Arbeit vor Ort. Dank und Mut sagten für die Stadt Wesel Marlies Hillefeld, für die EKiR Kirchenrat Rafael Nikodemus, für die katholischen Nachbargemeinden Kreisdechant Stefan Sühling. Letzterer lobte die von beiden Kirchen getragene Telefonseelsorge als "gelebtes ökumenisches Christsein".

Es folgten die Erörterungen und Abstimmungen über den Haushalt und etliche regulative Punkte. Das Zusammenwachsen der künftigen Großgemeinde Hamminkeln ist auf einem allseits akzeptierten Weg. Viele Gemeinden machen sich vorausschauend Gedanken zur Unterbringung und Integrierung möglicher künftiger Flüchtlinge. Die Jahresrechnungen 2013 des Kirchenkreises und der Kirchensteuerverteilungsstelle, die dank vorsichtigen finanziellen Handelns in den Jahren zuvor ohne Defizit sind, wurden genehmigt, ebenso der Haushalt 2015 mit einigen leichten Erhöhungen für die Diakonie. Der neuen Verwaltungsleiterin Rita Werner wurde für ihre umfangreiche Arbeit gedankt. Auf Anregung der neuen Jugendreferentin Michaela Leyendecker beantragt die Kreissynode Wesel bei der Landessynode, die Überlegungen der Evangelischen Jugend im Rheinland für die Neukonzeption ihrer Arbeit zu berücksichtigen. In den Kreissynodalvorstand nach dem altersgemäßen Ausscheiden von Helge Kriegel wurde Sigrid Amendt-Eggers gewählt.

Am Samstag diskutierte die Synode nach einem Referat von Landespfarrer Christoph Nötzel über die auf Daten von 2012 von Sozialwissenschaftlern erstellte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft. Es gehe um die Identität der Kirche, hieß es. Die Menschen müssten als selbstbewusste Akteure wahrgenommen werden. Nur Verkündigung wirke nicht mehr. Die Kirche müsse auch auf die Veränderungen in der Gesellschaft hören, aber dabei die Balance halten zwischen neuen öffentlichen Ansprüchen und ihrer christlich geprägten, dabei heute wirksamen Identität.

Die nächste Herbstsynode ist am 13. und 14. November 2015.

(hb-)
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