Verkehrsminister erläutert in Wesel Bauprogramm und ruft zur Europawahl

Verkehrsminister beim CDU-Neujahrsempfang: NRW-Baumeister Hendrik Wüst ruft zur Europawahl

Der Verkehrsminister erweist sich beim Neujahrsempfang der CDU Wesel als ausgabefreudiger Krisenmanager. Und es wurde an die Bedeutung der Europawahl erinnert, die ein Bekenntnis für Europa werden solle, in dem es nie so sicher und friedlich war wie heute.

Hendrik Wüst hat klare Vorstellungen von der Zukunftsfähigkeit des Landes. Der NRW-Verkehrsminister aus Rhede stellte beim Neujahrsempfang der CDU Wesel nach schonungsloser Beschreibung einer katastrophalen Infrastruktur und Planungswirtschaft sein Rezept gegen den Dauerstau vor: bauen, bauen, bauen – auch wenn es weh tut. Gut 200 Gäste hörten am Freitag im Ratssaal aufmerksam zu, wie Wüst die Verwendung von 40 bis 50 Milliarden Euro in NRW bis 2030 erläuterte.

Straße, Schiene, Flüsse und Kanäle will er fit machen. Schnell, aber trotzdem gründlich und am besten mit Abstimmung der Akteure, damit beispielsweise wegen paralleler Bauarbeiten auf Straße und Schiene eine Verbindung nicht vollends lahmgelegt wird. Hört sich vernünftig an, gab’s früher auch mal, ist aber als Fähigkeit irgendwie abhanden gekommen. Hoffnungen ruhen nun auf einer Stelle zur Koordination der Eingriffe ins kaum noch fließende System. Denn, so Wüst, „im Stau stehen ist volkswirtschaftlicher Irrsinn“.

Dass flotter Datenverkehr bis zur letzten Milchkanne und die Abschaffung von Funklöchern dazugehören, versteht sich. Überhaupt hat der Mann aus dem Nachbarkreis Borken trotz Weitsicht für Konkurrenzfähigkeit im globalen Geschäft die lokalen Wünsche und Nöte für Wesel und Hamminkeln nicht aus den Augen verloren. Deren SPD-Verwaltungsspitzen Ulrike Westkamp und Bernd Romanski werden es gern gehört haben.

Politik kam trotz des fachlich geprägten Hauptvortrags nicht zu kurz. Wie CDU-Stadtverbandschef Sebastian Hense appellierte auch Parteifreund Hendrik Wüst daran, für die Teilnahme an der Europawahl in diesem Jahr mobil zu machen. Sie sei wichtiger denn je. Die Gefahr, dass es eine Mehrheit gegen die Existenz des Parlaments gebe, sei gegeben. Eine hohe Wahlbeteiligung solle ein Bekenntnis für Europa werden, in dem es nie so sicher und friedlich war wie heute.

Mehr von RP ONLINE