Wesel: Ungewöhnliche Hilfe für kleines Lächeln

Wesel : Ungewöhnliche Hilfe für kleines Lächeln

Sophie wird jetzt vier Jahre alt. Sie leidet am sogenannten West-Syndrom - ist mehrfach behindert. Damit ihre Pflegemutter sich ein behindertengerechtes Auto leisten kann, sammelt die LVR-Wohngruppe Lilienweg Spenden.

"Glück ist der Augenblick angelächelt zu werden", sagt Petra Krzis. Was für viele Mütter von Kindern völlig normal scheint, ist für die engagierte Mutter aus Mehrhoog immer wieder etwas Besonderes. Seit mittlerweile zwölf Jahren ist sie nicht nur für ihre eigenen, sondern auch für Pflegekinder da. Also für Kinder, die zuvor kein behütetes Zuhause hatten.

Darunter ist auch Sophie (3), die am 26. Dezember Geburtstag hat. "Sie ist unser unser Christkind", sagt Petra Krzis und schmunzelt. Die dann Vierjährige leidet unter anderem am West-Syndrom - eine nach seinem Erstbeschreiber William James West benannte Form schwer zu behandelnder generalisierter Epilepsie.

Die Ursachen können vielfältig sein: Häufig liegen dem Syndrom organische Hirnschäden oder Auswirkungen von Erkrankungen des Gehirns zugrunde. "Sophie kann nicht sehen und nimmt ihre Umwelt vorwiegend hörend wahr", erläutert die Pflegemutter. Dennoch nimmt sie intensiv am Leben der Familie teil. Sie selbst geht sogar mit erkennbarer Freude in den Kindergarten an der Meisenstraße in Mehrhoog.

"Davor haben wir einen so großen Respekt", weiß die Leiterin des Wohnbereiches für behinderte Menschen Marianne Ebbers, "dass wir in unserem Haus alle zusammen überlegt haben, etwas für die Familie zu tun".

Heute findet wieder der Basar der katholischen Gemeinde Mehr statt. Die Wohngruppe Lilienweg ist seit Jahren mit einem eigenen Stand vor Ort vertreten. Aus diesem Grund will Marianne Ebbers gemeinsam mit ihren Bewohnern und Mitarbeitern heute auf dem Adventsmarkt Crepes für den guten Zweck verkaufen und zu Spenden aufrufen. "Dieses Geld soll es der Familie Krzis ermöglichen, ein Stück mehr Lebensqualität zu erlangen. Der Erlös geht voll an Sophie."

Neben ihren eigenen Kindern leben derzeit noch drei Pflegekinder in der Mehrhooger Familie. "Kindern, die nicht behütet aufwachsen können, ein liebevolles Umfeld geben", nennt Krzis den Grund, warum sie Pflegekinder bei sich aufnimmt.

Dabei sind die Gründe, warum Kinder ihren leiblichen Eltern genommen werden müssen, sehr unterschiedlich. Sie reichen von der Alkoholsucht der Mutter bis zum gewalttätigen Vater. Und in besonderen Fällen adoptiert die Familie Krzis auch schon einmal ein Kind. Jetzt aber ist auch das persönliche Engagement der Familie an ihre Grenzen geraten. Krzis: "Für unsere mehrfach behinderte Pflegetochter Sophie brauchen wir dringend Hilfe." Ob der Sonntagsausflug oder die Fahrt zum Kindergarten - alles ist für die Familie Krzis mit einem hohen Maß an Aufwand und Engagement verbunden. Doch nun sind die Grenzen erreicht. "Vor allem unsere Mobilität ist ohne ein Auto so gut wie nicht möglich", verweist Petra Krzis auf ihr Problem.

Die Familie benötigt ein neues Auto - ein Auto, mit dem auch Sophie transportiert werden kann, denn sie muss stets in ihrem Rollstuhl sitzend gefahren werden. Ohne den Spezialrollstuhl geht im Alltag Nichts. Benötigt wird nun ein Fahrzeug, in dem der Rollstuhl und damit die kleine Sophie sicher gefahren werden kann.

Die Kosten dafür aber übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Familie. "Als wir von der Notlage gehört haben, wollten wir helfen", erinnert sich Marianne Ebbers. Sie leitet den Wohnverbund Lilienweg des LVR HPH-Netzes Niederrhein. Dieser Wohnverbund mit zum Teil schwer mehrfach behinderten Menschen gehört zu einer ganzen Reihe von Wohnverbünden des LVR HPH Netzes Niederrhein und ist Dienstleister für Menschen mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung, der diesen Menschen Unterstützung im Alltag bietet.

(RP)
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