Wesel Unfall bei Byk: zwei Verletzte

Wesel · Großeinsatz bei Byk Chemie: Bei Arbeiten an der Lüftung sprang aus bisher unklarer Ursache die CO2-Löschanlage an. Ein Handwerker (50) und ein Feuerwehrmann (46) wurden verletzt. Keine Gefahr für die Bevölkerung.

Seit Jahrzehnten ist die Byk Chemie in Wesel mitten im Wohngebiet tätig. Einen Zwischenfall mit Verletzten gab es noch nie. Bis gestern. Um 13.40 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem nahen Unternehmen gerufen, weil die CO2-Löschanlage im Produktionsgebäude angesprungen war. 30 Sekunden hatten Mitarbeiter Zeit, den unmittelbar betroffenen Bereich zu verlassen.

Nach dem Durchzählen der gut 60 Mitarbeiter auf dem Sammelplatz stellte sich heraus, dass ein Mann fehlte. Die Feuerwehr, die unterdessen zweimal — um 13.50 und 14.05 Uhr — per Sirenenalarm Verstärkung herbeirief, fand den 50-jährigen Handwerker einer Fremdfirma aus Düren im Treppenhaus. Vermutlich war er auf der Toilette und hatte von der Evakuierung nichts mitbekommen. Er war benommen, aber bald ansprechbar und wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Duisburger Klinik gebracht.

"Es geht ihnen gut"

Die Werksspitze teilte gestern Abend mit, dass es dem Handwerker und einem weiteren Verletzten "gutgeht". Ein hauptamtlicher Feuerwehrmann (46) aus Kamp-Lintfort war zu diesem Zeitpunkt schon wieder im Dienst. Auch er hatte zunächst als verletzt gegolten, war laut Wehrchef Rudolf Friedhoff mit Verdacht auf eine CO2-Vergiftung vorsorglich in eine Weseler Klinik gebracht worden.

Friedhoff zog, die Blessierten einmal ausklammernd, ein positives Fazit. Denn "nach außen" sei "alles richtig gelaufen". Aus dem eingekapselten Bereich sei kein CO2 in die Umgebung gelangt. Friedhoff: "Die Bevölkerung war zu keiner Zeit in Gefahr."

Was genau den Zwischenfall auslöste, war gestern Abend noch unklar. Dr. Roland Peter und Gerd Büscher (beide Byk-Geschäftsführer) sowie die Öffentlichkeitsarbeiter Achim Struchholz (Altana) und Frank Dederichs (Byk) sagten, es gebe einen Zusammenhang mit Umbauarbeiten an der Lüftungsanlage. Gebrannt hat es jedenfalls nicht. Aber ein Brandmelder war angesprungen. Mit dem giftigen Gas CO2 werden dann etwaige Flammen erstickt.

Für die Wehr stand folglich im Vordergrund, genügend Träger für Atemschutzgeräte zur Verfügung zu haben. Am Ende waren die Mannschaft der Hauptwache sowie die Löschzüge Stadtmitte und Bislich mit insgesamt 44 Kräften und 15 Fahrzeugen im Einsatz. Unterstützt von Spezialisten des Werks.

Abläufe regelmäßig geübt

Polizeisprecher Josef Wißen sagte, ein Unfall bei Byk habe "absolute Priorität". Dutzende seiner Kollegen sicherten den Unglücksort und sorgten für reibungslose Zufahrt der Retter. Altana-Sprecher Struchholz erklärte, das die Sicherheitsabläufe für Unglücke regelmäßig geübt werden. Wehrchef Friedhoff lobte die Kooperation.

(RP)
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