Schermbeck: Turmverein gibt Pläne für Hängebrücke auf

Schermbeck: Turmverein gibt Pläne für Hängebrücke auf

Der Dammer Turmverein legt das Projekt für eine Hängebrücke zu den Akten. Der Rückzug erfolgt trotz überwiegender Zustimmung. Eine Begründung für den Schritt lieferte der Vorstand bei der Versammlung nicht.

Drei Jahre nach der Vorstellung der Pläne für eine Hängebrücke über die Lippe hat der Turmverein Damm das ehrgeizige Projekt zu den Akten gelegt. Am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung erläuterte Ernst-Hermann Göbel, der Vorsitzende des Turmvereins, die Gründe.

Der Traum von einer Brücke zwischen Damm und Gartrop als einer Form der Wiederbelebung der ehemaligen Verbindung beider Orte durch einen sogenannten Nachen (kleines Boot) wurde während der Jahreshauptversammlung am 20. Februar 2015 vom Landschaftsarchitekten Klaus Knöss aus Bad Nauheim und vom Turmvereins-Vorsitzenden Göbel vorgestellt.

Das Brückenprojekt sollte mit naturverträglichen Materialien so erstellt werden, "dass das Gesamtbild eine baumähnliche Struktur vermittelt und den Gesamtcharakter der Naturlandschaft nicht stört." Die erforderlichen Eingriffe in die Natur sollten auf ein Minimum reduziert werden. Zwischen Damm und Gartrop sollte in etwa sechs bis acht Metern Höhe die Überquerung der Lippe erfolgen. Rund um die Brücke sollte ein "Turmerlebnispfad" entstehen, der den Spaziergängern die Idylle der Lippeaue näher bringen sollte. Mit den Grundstückseigentümern beiderseits der Lippe wurde vor 2015 bereits gesprochen. "Weder vom Gartroper Baron von Nagell noch von den Grundstückseigentümern auf Dammer Seite habe es Einwände gegeben", teilte Göbel 2015 mit.

Wegen der vielen anstehenden Gespräche und wegen des Versuches, die Zuwegung auf der Nordseite zu klären, gab es nach außen hin im ersten Jahr keine nach außen hin erkennbaren Fortschritte "Das Projekt ist nicht im Sande verlaufen", widersprach Göbel im Februar 2016 den Gerüchten, die Planungen für die angestrebte Hängebrücke zwischen Damm und Gartrop seien zu den Akten gelegt worden. Göbel verwies damals auf weitere zielführende Gespräche, die allerdings mehr im Hintergrund geführt worden seien. Dabei habe es wiederholt Zustimmung und Begeisterung gegeben.

Umso überraschender wirkte am Freitag die Mitteilung Göbels, die er verlas: "Der Turmverein Damm nimmt von der Errichtung einer Turmbrücke über die Lippe Abstand. Für den geplanten Bau dieser Brücke hatte es sehr viel Unterstützung gegeben, unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland, aber auch einige wenige Widerstände. Da zur Philosophie des Turmvereins die Werte Versöhnen und Zusammenbringen gehören, hat sich der Vorstand entschlossen, die Pläne nicht weiter zu verfolgen bzw. gegen die Widerstände durchzusetzen. Der Vorstand des Turmvereins hat in dieses Vorhaben viel ehrenamtliche Arbeit investiert. Es wurde von einem in solchen Projekten erfahrenen Architekten kostenlos eine Machbarkeitsstudie erstellt, die ansonsten bei Beauftragung entsprechender Planungsbüros einen fünfstelligen Betrag gekostet hätte. Für den Turmverein sind keine Kosten entstanden. Die Machbarkeitsstudie kam zu dem Schluss, dass das Projekt durchführbar ist.

Es gab deutliche Zeichen von unterschiedlichen Seiten, eine Finanzierung komplett zusammen zu bekommen. Die Folgekosten pro Jahr hätten sich im sehr niedrigen vierstelligen Bereich bewegt. Kosten für die angrenzenden Kommunen wären nicht angefallen. Durch die Brücke wäre eine Verbindung der Ortsteile Damm und Gartrop entstanden und damit zweifellos ein touristisches Highlight und eine Aufwertung der touristischen Attraktivität der Region. Gekoppelt mit der Brücke hätte auf einem Turmerlebnispfad Spaziergängern kontrolliert die Idylle der Lippeaue mit ihrer eindrucksvollen Flora und Fauna näher gebracht werden können - unter Einbeziehung der stets in die Planungen involvierten Naturschutzorganisationen. Sollte eine andere Institution gewillt sein, das Projekt Lippebrücke fortzuführen, werde der Turmverein gern beratend und helfend zur Seite stehen, wurde mitgeteilt. "Weitere Erklärungen werden vom Vorstand nicht abgegeben."

Dem Schlusssatz seiner Erklärung blieb Ernst-Hermann Göbel treu. Der Vorstand antwortete auf die Fragen nach den Hauptgründen für die Aufgabe des Brückenprojektes nicht. So blieb eine Diskussion über eine rechtlich sehr umstrittene Zuwegung aus.

(RP)