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Wesel: TÜV checkt die Weseler Rheinbrücke

Wesel : TÜV checkt die Weseler Rheinbrücke

Experten nehmen aktuell das vor fünf Jahren eröffnete Bauwerk genau unter die Lupe. An einem Sonntag in den Sommerferien wird der 145 Meter hohe Pylon in Augenschein genommen. Dann wird die Brücke komplett gesperrt.

Der Rheinbrücke geht's derzeit wie einem noch recht neuen Fahrzeug, bei dem demnächst die Garantie abläuft. Das vor fast genau fünf Jahren eröffnete Jahrhundertbauwerk muss zum TÜV. Prüfer Günter Bohg und sein Assistent Lars Barkmann, beide Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßen NRW, sind zusammen mit einigen Helfern noch bis einschließlich Donnerstag damit beschäftigt, die Unterseite der Brücke sowie die Fahrbahnen und Pfeiler auf Herz und Nieren zu prüfen. "Denn sollte es irgendwelche Schäden geben oder wir Hinweise auf mangelhafte Bauausführung finden, dann müssen die von uns beauftragten Firmen im Rahmen der Gewährleistungsfrist die Mängel bis spätestens Ende des Jahres beseitigen", erklärt Diplom-Ingenieur Günter Bohg. "Ich gehe aber davon aus, dass alles in Ordnung ist."

Gestern, am ersten Tag der Brückenuntersuchung, gab's jedenfalls nichts zu beanstanden. Mit einer Arbeitsbühne, die unter die Brücke greift, wurden alle Schweißnähte und Schraubverbindungen überprüft. Wobei die Bezeichnung "erster Tag" nicht ganz richtig ist. Denn bereits seit April sind Bohg und sein Team immer mal wieder in Wesel aktiv. Bislang aber immer so, dass es von der Öffentlichkeit nicht bemerkt wurde.

Wegen der Prüfarbeiten wurde schon mehrfach eine Spur gesperrt. Foto: Bosmann, Jürgen (bosm)

Jetzt aber sind die ganz in Orange gekleideten Männer für Autofahrer und Radler sichtbar. Wegen der Prüfung wird heute wie gestern eine der beiden Fahrbahnen in Fahrtrichtung Büderich gesperrt. Morgen und am Donnerstag gilt das Gleiche für die Gegenrichtung. Der Verkehr wird dadurch nur gering behindert.

Ganz anders wird das Bild in den Sommerferien sein. Dann nämlich wird der 145 Meter hohe Pylon unter die Lupe genommen. Wegen des Einsatzes eines Spezialfahrzeuges mit einer Arbeitsbühne, die 60 Meter hochreicht, muss die Brücke an einem Sonntag komplett gesperrt werden. "Das wird voraussichtlich im Juli sein", sagt Günter Bohg. Der genaue Termin werde frühzeitig bekanntgegeben.

Im Korb einer sogenannten Unterflurarbeitsbühne schweben je zwei Fachleute von Straßen NRW unter der Stahlbrücke, um mögliche Schäden zu diagnostizieren. Foto: Bosmann

An besagtem Sonntag wird Bohg selbst in den Korb steigen und bis zur Rundung des Pylons heraufschweben. Die andere Hälfte wird von Industriekletterern in Augenschein genommen. Im Herbst kommt dann ein mit mehreren Kameras gespickter Roboter auf Rollen zum Einsatz, der die riesigen Litzenseile rauf- und runterfährt und nach Schäden absucht.

Die Bedingungen für den Brücken-Check hätten gestern besser kaum sein können. Der Rhein führt Niedrigwasser (Pegel: etwas über zwei Meter), es ist trocken und immer weht nur ein leichter Wind. "Das ist hier wirklich ein angenehmes Arbeiten", sagt Bohg. Assistent Barkmann nickt: "Hier ist alles nahezu perfekt."

(RP)