Trotz Kritik: Gindericher CDU fordert Anrufsammeltaxi

Wesel : Trotz Kritik: Gindericher CDU fordert Anrufsammeltaxi

Die neu eingeführten Anrufsammeltaxen in Wesel sorgen weiter für Debatten. Die CDU in Ginderich fordert sie, die Grünen halten diese Art der Mobilität nur für ein „Trostpflaster“.

Es gibt nicht nur Kritik am neuen Anrufsammeltaxi (AST) für Wesel, das Buslinien zu manchen Zeiten ersetzt. Die CDU Ginderich hat sich am Mittwoch gemeldet und gefordert, dass ein solches Anrufsammeltaxi auch in Ginderich fahren solle. „Auch im ländlichen Raum des Weseler Ortsteils Ginderich würde das wirklich Sinn machen“, sagt Heinzgerd Schott, CDU-Ortsverbandsvorsitzender in Ginderich. Der Ort ist zwar werktags durch die Linie SB 6 (Wesel - Xanten - Wesel) von 5.30 Uhr bis 20.30 Uhr angebunden. Nach den Besuchen von Kino oder Theater komme man aber nicht mehr zurück nach Ginderich, merkt Schott an. Samstags würde der letzte Bus schon um 19.30 Uhr, sonntags sogar schon um 18.30 Uhr fahren. „Obendrein ist der Bustakt am Wochenende stark reduziert, samstags Zwei-Stunden-Takt, sonntags fünf Verbindungen am ganzen Tag.“ Werrich und Perrich wiederum hätten überhaupt keine Bus-Anbindung. Viele Gindericher nutzten Ärzte und Apotheken in Büderich – nach dort fahre aber kein Bus. Es gebe also „ideale Voraussetzungen“ für ein Anrufsammeltaxi im Ort, meint Schott. Ginderich, Werrich, Perrich, Gest und Poll sollten einbezogen werden.

Die Weseler Grünen hingegen bezeichneten das AST am Mittwoch als „Trostpflaster“. Guter öffentlicher Personennahverkehr sei Standortfaktor. Die Vorgabe, dass der ÖPNV Stadt und Kreis nichts kosten darf, verhindere eine an ökologischen und sozialen Standards orientierte Verbesserung, argumentieren die Grünen. Fraktionschef Ulrich Gorris und der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Dirk Kortenbusch, merken an, dass die Fahrten für die Kunden wesentlich teurer würden, wenn sie umsteigen wollen. Wenn man zum Beispiel von Lackhausen nach Bislich mit dem AST fährt, beliefen sich die Kosten pro Person und Strecke auf 11,30 statt 2,70 Euro; eine Hin- und Rückfahrt für drei Personen ab 14 Jahren (Gruppentarif schon inbegriffen) nach Oberhausen kostet demnach 56 statt 21,80 Euro. Zu bemängeln sei, dass die Änderungen zu kurzfristig mitgeteilt wurden und am Mittwoch noch nicht in den elektronischen Auskunftssystemen vorhanden waren. „Das Anrufsammeltaxi fährt seltener, und die Anmeldung per Telefon oder Handy ist vor allem für ältere Menschen kompliziert. Auch die Vorgabe, das Taxi 60 Minuten vor der Fahrt zu bestellen, macht das Angebot nicht attraktiver.“

(sep)
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