Wesel: Trauer um Pastor Norbert Köster

Wesel : Trauer um Pastor Norbert Köster

Der Geistliche aus Haldern, der lange Jahre in Wesel und zuletzt in Rees wirkte, ist nach schwerer Krankheit am Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben. In Wesel hatte Pastor Norbert Köster über 20 Jahre an der Engelkirche im Ortsteil Fusternberg gewirkt, seit dem Jahr 2002 gehörte er in Rees zum Seelsorgeteam. Bis zum Schluss hatte er trotz seiner schweren Krankheit sein Gottvertrauen nicht verloren, wie Menschen berichten, die ihm nahe standen.

Vertrauen in Gott, Vertrauen in die Menschen – das gehörte auch zur Lebensmaxime des gebürtigen Halderners. 15 Jahre lang, bis 1975, betreute er in Haftanstalten Gefangene und ihre Familien. Eine Aufgabe, die sein Leben in ganz besonderer Weise geprägt hat. "Lieber von zehnmal neunmal zu Unrecht vertrauen, als einmal von zehnmal zu Unrecht misstrauen", erklärte Köster einmal der RP. Sein Vertrauen ging sogar so weit, dass er den Gottesdienst in der Haftanstalt ohne Wachpersonal feierte. In den 60er Jahren nahm er sich Jürgen Bartsch an, der vier Kinder getötet hatte.

Der Kontakt zu Strafgefangenen blieb vor allem während seiner Tätigkeit als Pfarrer in Wesel bestehen. Oft lebten acht ehemalige Häftlinge gemeinsam in der Wohnung des Pastors, der Sekretär der "Konferenz aller Gefängnispfarrer" war. In Münster leitete er zudem Ehe- und Familienseminare. Anfang des Jahres feierte Köster sein Goldenes Priesterjubiläum. bal

(RP)
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