Wesel: Trauer um Altbürgermeister Haubitz

Wesel: Trauer um Altbürgermeister Haubitz

Volker Haubitz, Kommunalpolitiker, Gymnasiallehrer, Musikfreund, starb Mittwoch im Alter von 75 Jahren. Im Rathaus liegt ab heute ein Kondolenzbuch für den Mann aus, der 1984 bis 1989 erster Bürger Wesels war.

"Ein netter Kerl! Ich habe ihn sehr gemocht."- So reagierten gestern viele Weseler, die am Donnerstag mit der Nachricht vom Tod des früheren Bürgermeisters Volker Haubitz konfrontiert wurden. Er war am Mittwoch nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Erst vor zehn Tagen war er noch als stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender des Bauvereins Präsentation des neuen Vorstands Norbert Haeser dabeigewesen, hatte davor auch die turbulente Sitzung des Weseler Schulausschusses geleitet. Kraftakte, die ihn an seine Grenzen führten, aber auch sein Wesen kennzeichneten: Trotz seiner schweren Krankheit hat Volker Haubitz den Mut nicht verloren und versucht, seine Aufgaben zu erfüllen. Mit Einsatz hat er sich immer um Wesel verdient gemacht.

Der gebürtige Dresdner kam 1955 nach Wesel und gleich in die Quarta des Gymnasiums (heute KDG). Es folgten Abitur, Studium in Köln und 1972 war er wieder da: "Um zu zeigen, dass aus mir was geworden ist", sagte Haubitz vor zehn Jahren beim Gang in den Ruhestand. "Ich war kein besonders guter Schüler, wollte eigentlich Tontechniker werden." Musik war seine Leidenschaft, der er nicht nur als Fachlehrer frönte. Schon als junger Mensch dem Städtischen Musikverein beigetreten, wirkte er bis 26 Jahre als Chorleiter, stellte erfolgreiche Konzerte auf die Beine und gestaltete beliebte Sommerfeste.

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Als Verfechter des gegliederten Schulsystems kam er im Kampf gegen die KOOP-Schule 1979 in die CDU, wurde 1981 Stadtverbandsvorsitzender und war von 1984 bis 1989 Weseler Bürgermeister. In den folgenden fünf Wahlperioden bis 2014 gehörte er immer zu den stellvertretenden Bürgermeistern der Stadt. Bis zuletzt war er Ratsmitglied und Vorsitzender zahlreiche Ausschüsse und Gremien. Und, wie er selber einmal sagte, Mitglied in "etwa 20 Vereinen".

Als Experte der CDU für Schule Kultur und Sport setzte sich Volker Haubitz unter anderem besonders die Musik- und Kunstschule und das Preußen-Museum (heute Niederrheinmuseum), verpasste kaum ein Springermeeting im Auestadion. Eigene Strapazen scheute er nicht. So machte er auch einen recht ruppigen Törn mit einem Segelboot bei einer Sternfahrt des Yacht-Clubs Wesel zum offiziellen Besuch der Partnerstadt Felixstowe im englischen Suffolk mit. Haubitz war für jeden Spaß zu haben und unermüdlicher Werber für seine Stadt. Zum Beispiel für den Hansegedanken. Beim Hansetag in Köln besuchte er alle Stände und forderte auf, auch nach Wesel zu kommen. Das Ansehen, dass Haubitz sich in der Bevölkerung erworben hat, kommt auch in der offiziellen Würdigung der Stadt zu seinem Tode zum Ausdruck. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp: "Volker Haubitz hat sich stets tatkräftig, mit viel Humor und immer den Menschen zugewandt für die Stadt Wesel eingesetzt. Kunst, Kultur und Schulen lagen ihm dabei besonders am Herzen. Mit ihm geht nicht nur ein früherer Bürgermeister und langjähriger stellvertretender Bürgermeister von uns, sondern auch ein besonderer Mensch. Wir danken Volker Haubitz für seine jahrzehntelange wertvolle Arbeit für unsere Stadt." Ein Kondolenzbuch liegt ab heute im Rathaus aus. Die Beisetzung ist am Donnerstag, 21. Juni, 13 Uhr, auf dem Neuen Friedhof Am Langen Reck.

(fws)