Wesel: Tourismus: jede Menge Ideen für Wesel

Wesel : Tourismus: jede Menge Ideen für Wesel

Gästebefragung soll nun Wünsche konkret werden lassen. Wirtschaftsfaktor Tourismus ist noch ausbaufähig.

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung zum Tourismuskonzept im August, zu der 80 Interessierte kamen, folgte nun die zweite öffentliche Veranstaltung. Zur "Ideenwerkstatt" kamen mehr als 30 Teilnehmer in den Parkettsaal der Niederrheinhalle, wie Stadtmarketing-Chef Thomas Brocker erfreut verzeichnete. Die Ergebnisse aus vier gebildeten Arbeitsgruppen fließen, dann geordnet und bewertet, in die Gesamtdarstellung ein. Weiter geht es mit Workshops im Januar 2015.

Naturgemäß gab es eine Fülle von Anregungen und Ideen, nicht alles neu, nicht alles konkret und machbar, aber viele Ansatzpunkte für den weiteren Diskussionsprozess waren dabei. Nicht alles ist auch für den Tourismusmarkt interessant, was aus Weseler Brille schön und gut erscheint. Was Touristen wünschen, wird eine Gästebefragung belegen, wie Oliver Melchert von der Tourismusberatung BTE sagte. Sein fachliches Credo: "Die Qualität des Angebots spielt eine wichtige Rolle, sie wird verlangt wie das Toilettenpapier im Hotel."

Bundesweit und in den Nachbarländern wirksames Markenzeichen soll der "Esel von Wesel" sein. Diesen Rat aus der Auftaktveranstaltung wiederholte er. Ebenso wie er das Thema Konrad Duden, ein international werbeträchtiger Name, wie schon beim Auftakt unterschlug.

Die aktuelle Veranstaltung diente dazu, die Akteure bestmöglich einzubinden. Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenfeldern befassten sich mit "Wandertourismus", "Natur erleben", "Campingtourismus" oder "Wasser erleben". Es wurden jeweils Defizite und Handlungsbedarfe herausgearbeitet. Beispiel Campingtourismus, dessen Bedeutung für Wesel Melchert mit Blick auf die Grav-Insel herausstrich: Mehr Indoor-Angebote für Camper, weil die bei schlechtem Wetter Bedarf für Aktivitäten haben, Wohnmobilstellplätze auch in den Ortsteilen, etwa in Bislich oder - mit Blick auf die Lippemündung - am Lippeschlösschen, Hausboote in Bislich und Abstellplätze in der Stadt für Campinggespanne, wenn Touristen nur kurz verweilen wollen, standen auf der Vorschlagsliste. Der Spielraum für konkrete Maßnahmen ist erheblich, wie sich schon in diesem Bereich zeigte.

Melchert empfiehlt, zusätzliche Gäste aus Belgien und den Niederlanden anzusprechen, den Geschäftstourismus auszubauen und zusätzlich Touristen im nahen Postleitzahlbereich vier zu bewerben. Mehr Gäste also in der Stadt - wie sich das verträgt mit der Weseler Abneigung gegen viel Tourismus, wird die Debatte nun zeigen. Ebenso wie Melcherts Bemerkung, dass "Wesel ein Top-Highlight als Zugmagnet fehlt", beantwortet wird. Vielleicht wird Konrad Duden, der Vater der deutschen Rechtschreibung und geborene Lackhausener, in diesem Zusammenhang doch hervorgeholt.

(RP)