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Wesel: Torgewölbe wird ab Montag saniert

Wesel : Torgewölbe wird ab Montag saniert

Der Bogen des Berliner Tors wird ab Montag für 113 000 Euro restauriert. Auch nach Ende der Bauarbeiten bleibt der Durchgang geschlossen.

Nachdem kürzlich der marode Sandsteinsockel des gut 300 Jahre alten Berliner Tores für rund 55 000 Euro saniert wurde, ist nun die stark beschädigte Gewölbedecke an der Reihe. Salz in Mörtel und Zement hat dafür gesorgt, dass sich Feuchtigkeit im Mauerwerk gebildet hat und Putz im großen Umfang abgeplatzt ist.

Ab Montag wird ein Team um Diplom-Restauratorin Katja Harmeling (Stadtlohn), die kürzlich eine beschränkte Ausschreibung gewonnen hat, mit der Arbeit beginnen. Das dafür benötigte Gerüst wurde gestern aufgebaut. In vier bis sechs Wochen soll das 113 000 Euro teure Projekt – 50 Prozent der Kosten übernimmt das Land – abgeschlossen sein.

Bauleiter Dieter Hitschfel, der im Weseler Rathaus arbeitet, erklärte gestern auf Anfrage, was genau ab Montag passiert. "Zunächst werden wir eine Bestandsaufnahme machen und exakt festlegen, welche Stellen losen sind. Dann werden das Gewölbe gesichert und die losen Stücke des Putzes mit einem speziellen Klebemörtel versehen." Dazu muss man wissen, dass das Ziegelgewölbe eine Attrappe ist. Denn: "Nach dem Krieg haben unsere Vorväter das Ziegelgewölbe verputzt und Fugen aufgemalt", so Hitschfel.

Die Gewölbebereiche ohne Putz werden im Rahmen der Sanierung lediglich gereinigt und nicht etwa neu verputzt. Das bedeutet, dass dann die nackten Ziegelsteine zu sehen sind. Hitschfel: "Und genau das ist auch von der Denkmalbehörde so gewollt. Die alte Bausubstanz soll gezeigt werden." Natürlich ist auch über die Möglichkeit diskutiert worden, das gesamte Gewölbe freizulegen. "Doch zum einen scheitert das an den hohen Kosten. Zum anderen scheuen wir das Risiko. Niemand weiß, was wir hinter dem Putz finden", sagt der Bauleiter.

Auch nach Abschluss der Arbeiten wird der Torbogen – außer an den PPP-Tagen oder dem Hansefest – für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben. Eine dauerhafte Öffnung sei nicht vorgesehen, erklärt Hitschfel, weil der Durchgang von einigen Zeitgenossen erfahrungsgemäß "für nicht ganz so schöne Dinge genutzt wird". Und wie sieht's aus mit einem Café im Torbogen? Diesen Wunsch hatten die Betreiber des Berliner-Tor-Restaurants schon vor Jahren geäußert. "Die Sache ist zwar noch nicht ganz vom Tisch, aber auch nicht aktuell", so Hitschfel.

(RP)