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Togo - Neuer Horizont aus Dingden wirbt um Spenden für Projekte

Hilfe für Togo : Initiative aus Dingden wirbt für Spenden

Togo – Neuer Horizont hat erfolgreich Projekte in Westafrika umgesetzt. Doch Aktionen, um Spenden einzunehmen, fallen wegen Corona aus.

Es war ein glücklicher Zufall, der dem Verein Togo – Neuer Horizont aus Dingden in schwierigen Zeiten einen öffentlichen Schub bescherte. Das beherzte Vorgehen, bei einer Lesung in Rhede Schauspieler Roland Jankowsky, bekannt als schusslig-arroganter „Kommissar Overbeck“ aus der ZDF-Serie „Wilsberg“, als Botschafter für die gute Sache in Westafrika zu überzeugen, hat dem Verein viel Aufmerksamkeit verschafft.

Die ist auch nötig, wie Anna Maria Klocke und Sandra Ness von der Hilfsorganisation berichteten. Durch die Corona-Beschränkungen sind die Einnahmequellen versiegt, die sonst den Spendentopf füllten, weil Aktionen wie zum Beispiel beim Weihnachtsbasar der Akademie Klausenhof ausfallen. Die Akademie hatte wie berichtet ihre Großveranstaltung gestrichen.

„Unser Basarstand war immer wichtig für das Spendenaufkommen“, sagt Anna Maria Klocke. Das Ringen um Spenden muss andere Wege nutzen, weshalb man am Mittwoch mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit ging.

In Ledjobli-Taa und in Gbangbale entstanden mit Hilfe von Togo – Neuer Horizont Kindergärten. Fotos (2): Klocke Foto: Anna Maria Klocke

Das Werk, das in Togo Hilfe leistet, ist nicht nur gut in einem Land mit hoher Kindersterblichkeit, Krankheiten, Armut und Ausbeutung von Naturschätzen. „Es ist erfolgreich, unsere Projekte laufen gut, Grundschulen und Kindergärten, die wir gefördert haben, sind dieses Jahr in Betrieb gegangen“, sagt Klocke. Dazu kommen Patenschaften, mit denen gezielt Kinder gefördert werden. Vor allem Mädchen, denn die persönliche Patenhilfe von mindestens 15 Euro schützt die Mädchen vor Kinderehen und bringt ihnen Schulbildung. Denn solange das Geld kommt, partizipiert die ganze Familie finanziell, bei einer Heirat jedoch nicht.

Togo – Neuer Horizont hat gute Argumente, Spender animieren zu können. Die Spenden kommen an, der Weg zum Ziel lässt sich verfolgen. Die Erfolge sind belegbar etwa in Form von dreiräumigen Schulgebäuden. Kinder in kleinen Dörfern bekommen statt dem Laubdach über dem Kopf eine gute Infrastruktur inklusive Brunnen und weiteren Sanitäreinrichtungen.

Der neue Info-Brief der Initiative präsentiert die Eröffnung des Kindergartens in Ledjobli-Taa. 280 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren werden hier versorgt. 173.000 Euro wurden aufgewendet, wobei der Neue Horizont 25 Prozent Eigenmittel aufbringen muss, damit das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die weiteren 75 Prozent Anteil schultert. Oft bekommt der Togo-Verein finanzielle Hilfe von Stiftungen.

Ohne Unterstützer vom Niederrhein geht es nicht. In Gbaangbale wurde nicht nur ein Kindergarten für 124 Kinder gebaut, sondern auch der Trinkwasserbrunnen auf dem Schulgelände. Die Firma Hubert Tenbusch, früher in Loikum ansässig, spendete großzügig. Wie sich die Dinge entwickeln, will sich Anna Maria Klocke vor Ort im Februar 2021 ansehen.

Das Corona-Virus spielt übrigens im Land kaum eine Rolle, insbesondere nicht im nördlichen Togo. Deshalb stehen neue Projekte an (siehe Infokasten).