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Wesel: Theater-Klassiker wird modernisiert

Wesel : Theater-Klassiker wird modernisiert

Das Berliner Krimitheater gastierte jüngst mit dem Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" im Bühnenhaus.

Im Weseler Bühnenhaus wurde es am Samstag- und Sonntagabend schwarzhumorig: Das Ensemble des Berliner Krimitheaters spielte dort den Dauerbrenner "Arsen und Spitzenhäubchen". Das Stück von Joseph Kesselring wird bereits seit 1941 immer wieder aufgeführt. Doch damit gehört das beliebte Stück, bei dem es um Mord, Familienbande, Klischees und einer gehörigen Portion Humor noch lange nicht zum alten Eisen.

Dies bewiesen auch die vollen Sitzreihen im Bühnenhaus. Viele Zuschauer kannten das Theaterstück bereits, "doch vieles wurde verändert und modernisiert."

Christel Demo war eine von wenigen Zuschauern, die das eigentlich doch recht berühmte Stück noch nicht kannten. Daher war es auch nicht ganz so, wie sie es erwartet hatte. "Schauspielerisch ist es sehr gut, doch die Geschichte ist äußerst abstrus", sagte sie. Tatsächlich wirkte die Bühne wie ein Tollhaus.

Und darum geht es: Abby und Martha Brewster sind zum einen hilfsbereite und großzügige Damen, die im ganzen Viertel geschätzt werden, zum anderen sind sie Giftmischerinnen mit mehr als einer Leiche im Keller. Dies musste auch ihr Neffe Mortimer erkennen, der das jüngste Opfer der beiden Tanten durch Zufall entdeckte. Als dann noch sein flüchtiger Bruder Jonathan mit seinem Arzt auftauchte und sein anderer Bruder Teddy, der denkt, er sei Präsident Roosevelt, trompetend durch das Haus marschierte, war das Chaos perfekt.

Die Inszenierung von Wolfgang Rumpf durchbrach dabei mehrfach beinahe die vierte Wand - richtete sich also indirekt an das Publikum. So sprach Mortimer, der von André Zimmermann gespielt wurde, etwa häufig von einem Theaterstück, welches er als Kritiker besuchte und verreißen wolle. Es hatte eine unglaubliche Ähnlichkeit mit "Arsen und Spitzenhäubchen". Die Anspielungen nahmen die eine oder andere Handlung vorweg und machten das Treiben auf der Bühne noch um einiges absurder und witziger.

Die - teils ziemlich grotesken - Situationen wurden dabei stets von dem Weseler Publikum mit zeitweise lautem Lachen untermalt. Der Tanz des Gauners Jonathan und seines Gesichtschirurgen Dr. Einstein erntete noch besonders viel Beifall.

Am Ende des Theaterstückes klärte sich dann doch noch alles auf. Auf der Bühne wurde ein letztes Glas Wein serviert, bevor der Vorhang fiel. Und damit lösen die beiden Brewsters-Schwestern schließlich alle ihre Probleme.

(ng)