Kreis Wesel: Tag für die Architektur

Kreis Wesel : Tag für die Architektur

Morgen und am Sonntag findet wieder der "Tag der Architektur" statt. Unter dem bundesweiten Motto "Architektur bleibt!" sind in Nordrhein-Westfalen dann 254 Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks in 110 Städten und Gemeinden für Besucher geöffnet sein.

Auch im Kreis Wesel sind wieder einige Objekte geöffnet. Interessierte sind eingeladen, sich von Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern die neuen oder erneuerten Bauten vorstellen zu lassen.

Der neue, räumlich reduzierte Anbau des Hauses aus den 1930 er Jahren in Eppinghoven öffnet sich großzügig zum Garten. Der Hof, das Erdgeschoss des Anbaus und der Garten bilden einen neuen Lebensmittelpunkt für drei Generationen. Foto: Anne Graute-Otte

Laut Veranstaltern soll der Mottotag erneut das größte Architekturevent des Jahres werden. Mehr als 30.000 Besucher machten sich in den vergangenen Jahren jeweils in Nordrhein-Westfalen am letzten Juni-Wochenende auf den Weg, um diesen Dialog zu suchen und um sich über aktuelle Trends beim Bauen und Wohnen zu informieren. "Architektur gehört zu den beständigsten Objekten und Werten in unserer Gesellschaft", sagt Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW. "Am Tag der Architektur stellen Architekten und Stadtplaner ihre Ideen und Konzepte am gebauten Beispiel vor und laden Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch ein."

In Voerde besteht jedes Gebäude aus zwei quadratischen Kuben, die über ein gemeinsames Treppenhaus transparent miteinander verbunden sind. Unmittelbar an die Gebäude grenzen Streuobstwiesen und ein Bachlauf. Foto: Wohnbau Dinslaken

Die Objekte im Kreis Wesel Dort sind Neubaten, Bürogebäude und Anbauten zu sehen. Zum Beispiel am Rande der Voerder Innenstadt. Dort wurden in sehr guter Lage zwei Mehrfamilienhäuser mit 14 Wohnungen, 67-129 Quadratmetern, errichtet, die mit ihrer überwiegenden Barrierefreiheit ein generationsübergreifendes Wohnen ermöglichen (Adresse: Grünstr. 34a/34e, 46562 Voerde).

Das Karree in Dinslaken-Hagenbezirk soll den Bewohnern ein lebenslanges und möglichst selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen. Unweit des Stadtzentrums und unmittelbar am fließenden Rotbach lädt dessen Ufer zu Spaziergängen ein. Foto: Wohnbau Dinslaken

Ebenfalls barrierefrei und damit seniorenfreundlich gebaut wurde in Xanten. Auf einem kleinen Grundstück entstand ein modernes seniorenfreundliches Haus - alle Funktionen sind im barrierefreien Erdgeschoss untergebracht. Der "Lebensbereich" Kochen-Essen-Wohnen folgte dem Lauf der Sonne, obwohl der Garten nach Norden liegt (Adresse: Kiefernweg 28, 46509 Xanten).

Am Beispiels Dinslakens wird deutlich, wie Architektur ein Areal und einen ganzen Stadtteil aufwerten kann. Durch den Bau des Wilhelm-Lantermann-Karrees erfährt der Dinslakener Hagenbezirk eine deutliche Aufwertung. Neben den 103 neuen Heimplätzen des Seniorenzentrums und einer Tagespflegeeinrichtung mit 16 Plätzen, sind 77 moderne und zugleich barrierefreie Wohnungen errichtet worden (Adresse: Gneisenaustr. 47,47a/Voerder Str. 81, 46535 Dinslaken)

In Dinslaken-Eppinghoven wurde nicht neu- dafür aber umgebaut. Das bereits energetisch sanierte Haus aus den 30er Jahren wurde mit einem separat nutzbaren, nicht unterkellerten Anbau für die "junge Familie" ergänzt. Zum Teil wurde der vorhandene Anbau aus den 50er Jahren zurückgebaut. Der andere Teil wurde überplant und stellt nun die verbindende Klammer beider Wohnungen zum Hof dar (Adresse: Schanzenstraße 38, 46535 Dinslaken).

Das Motto zum Europäischen Kulturerbejahr Für den diesjährigen Tag der Architektur - "Architektur bleibt!" - greift auch das Europäische Kulturerbejahr auf, das die Europäische Union für 2018 unter dem Leitmotiv "Sharing Heritage - Das Kulturerbe teilen" ausgerufen hat. Engagement, Schutz, Nachhaltigkeit und Innovation sind die vier Säulen, unter denen die EU die Ziele des Kulturerbejahres bündelt. Dass gelungene Architektur einen bleibenden Wert darstellt, belegen etliche der 254 Objekte, die in NRW zu besichtigen sind.

Beispielsweise das "kult - Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" in Vreden. Der Gebäudekomplex verbindet Bauten aus den 1970er und -80er Jahren sowie denkmalgeschützte Bauwerke aus dem 14. und 16. Jahrhundert mit neuen Baukörpern. Oder das neue Philosophische Seminar am Domplatz in Münster. Gezeigt werden auch die zu Wohnungen und Büros umgebaute "Alte Samtweberei" in Krefeld, Bauten im neuen Stadtquartier "Grüne Mitte Essen".

Die Trends und Themen 2018 Der Tag der Architektur spiegelt laut Architektenkammer NRW auch gesellschaftliche Entwicklungen wider. Mit Arbeiten wie den neugebauten Notunterkünften für Obdachlose in Essen liegt der "Tag der Architektur" in NRW am Puls der Zeit. Verschiedene Gemeinschaftswohnprojekte wie auf dem Clouth-Gelände in Köln, Barrierefreiheit im Wohnungsbau, Umnutzungen (auch von Kirchen) sind einige der zentralen Themen, die sich an den Bauten 2018 ablesen lassen. Für die Besucher ist der Tag der Architektur damit eine wichtige Inspirationsquelle.

Experten antworten Bürgern Das Architektur-Event im Sommer hat sich in den vergangenen Jahren fest etabliert. Fachleute sind vor Ort, um gemeinsam mit ihren Auftraggebern neue Werke vorzustellen, die Besonderheiten der Architektur zu erläutern und Fragen der Besucher zu beantworten. In Nordrhein-Westfalen werden Bauten präsentiert, die in den vergangenen fünf Jahren realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren.

Infos Welche Objekte gezeigt werden, Adressen und Öffnungszeiten finden Besucher unter www.aknw.de sowie in der App zum Tag der Architektur. Des Weiteren gibt es eine Broschüre mit der Übersicht zu allen Objekten.

(RP)