Suppen essen für die Tafel

Aktion am Konrad-Duden-Gymnasium : Suppen essen für den guten Zweck

Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums verkaufen seit zwei Jahren selbstgekochte Suppen und spenden den Erlös an die Tafel. Geleitet wird die Aktion von Sabine Schwarz-Schellewald, die sich von einem Projekt in Wien inspirieren ließ.

Drei Servierwagen haben sie nebeneinander aufgestellt: Einen für die Suppen, Kräuter und Beilagen, einen für die Desserts und einen für die Kasse. Hinter dem improvisierten Tresen stehen fünf Mädchen und Jungen des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG), die einschenken, bedienen und abkassieren. Es riecht nach Tomaten, frischen Kräutern und Gewürzen. Sobald die Klingel die Pause einläutet, stehen die Schüler Schlange. „Es ist mittlerweile ein Selbstläufer geworden. Ich muss mich nur hinstellen und sie kommen“, sagt Sabine Schwarz-Schellewald. Seit zwei Jahren kocht die gelernte Hotelfachfrau mit Schülern des KDG Suppen und spendet den Erlös an die Weseler Tafel. Allein im letzten Winter wurden 1040 Tassen verkauft.

Möhrensuppe mit Ingwer und ein bisschen Orange, eine Gemüsebrühe und eine Tomatensuppe hat die Kochsalon-Leiterin diesmal aufgetischt. „In der Tomatensuppe ist ein bisschen Fenchel, aber das wissen die Kinder nicht, sonst würden sie das nicht essen“, sagt Schwarz-Schellewald und lächelt. Sie kennt die Vorlieben der Schüler – lieber rote Suppen als weiße, am besten vegan und nicht zu scharf. Zu jeder Suppe gibt es Beilagen: Reis, Nudeln, Erbsen oder frische Kräuter. Eine Tasse kostet in der Regel 80 Cent, 50 davon gehen an die Tafel. Mit dem Rest werden die Lebensmittel bezahlt, die meist aus dem Bio-Regal kommen. Manches bereitet Schwarz-Schellewald selbst zu, manches zusammen mit den Schülern. Dennis kocht gerne Maultaschen mit Hackfleisch, Marvin steuert regelmäßig eine Paprika-Curry-Suppe bei. „Es hat sich schon eine kleine Fangemeinde gebildet“, sagt die Leiterin stolz. Auf dem Flur werde sie oft gefragt, wann es das nächste Mal Suppen gibt. Es ist nicht schwer zu erraten, warum.

Schwarz-Schellewald ist eine umtriebige Frau. Seit 2002 ist sie am KDG angestellt, leitet die Koch-AG und macht ehrenamtlich diverse Aktionen wie die Suppenküche. 2001 gründete sie die lokale Gruppe der Europa-Miniköche, um Kinder das Kochen näher zu bringen. 2013 nahm sie mit Schülern des KDG am bundesweiten Wettbewerb „Klasse, Kochen!“ teil. Das Team gewann eine große Küche für seine Schule, in der bis heute leckere Mahlzeiten zubereitet werden.

Für die Suppen-Aktion hat sich die Kochsalon-Leiterin aus Österreich inspirieren lassen. Dort verkaufen Gastronomiebetriebe in verschiedenen Städten unter dem Motto „Suppe mit Sinn“ in der Vorweihnachtszeit Suppen. Den Erlös bekommt die Tafel. Am KDG gibt es zwischen November und Februar warme Suppen für die Schüler. „Der Probelauf vor zwei Jahren kam ganz gut an“, sagt Schwarz-Schellewald. 300 Euro haben die Schüler für die Tafel gesammelt, 2018 waren es 520 Euro.

Sabine Schwarz-Schellewald, Initiatorin der Aktion und Kochsalon-Leiterin. Foto: Viktor Marinov

„Ich finde die Idee super“, sagt Horst Maiß, Vorsitzender des Tafel-Vereins. Vor allem das Organisationstalent von Schwarz-Schellewald beeindruckt ihn. Sie dirigiert die Kinder, kauft ein, kocht und hat selbst die Tassen besorgt, die sie nachher in der Mensa abspült. Und die Tomatensuppe? „Die hat geschmeckt“, sagt Maiß. Trotz Fechel.

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