Rp-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 6): Strippenzieher mit Geschäftssinn

Rp-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 6) : Strippenzieher mit Geschäftssinn

Auch ein Chemie-Riese wie Byk in Wesel bildet Informatikkaufleute aus. Felix Pieper (21) steht kurz vor der Prüfung.

Kreis Wesel Bei der Byk Chemie in Wesel werden zur Kommunikation und zur Durchführung der täglichen Arbeit unzählige Daten bewegt. Hierbei unterstützt Felix Pieper, in dem er regelmäßig die Qualität von Datenübertragungen testet. Ein Testverfahren hierzu hat er übrigens zusammen mit einer Kollegin selbst entworfen. Das ist nur eine von vielen Aufgaben für Leute wie Felix Pieper. Der 21-jährige aus Bocholt steht kurz vor der mündlichen Prüfung in seiner Ausbildung zum Informatikkaufmann. Dass der Chemie-Spezialist Byk auch seinen eigenen IT-Nachwuchs heranzieht, wissen die wenigsten.

Moritz Mues, 24 Jahre, aus Bottrop, Auszubildender Chemikant. Foto: BC

"Die Zahl der Bewerber auf unsere IT-Ausbildungs-Stellen ist im Vergleich zu anderen nicht sehr groß. IT haben bei dem Begriff Chemie nur wenige auf dem Schirm. Aber es ist für uns ein wichtiges Rückgrat", sagt Christine Thannheiser-Rumpf, Leiterin der Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung bei der Altana-Tochter Byk. Allein am Standort Wesel sind 60 Mitarbeiter in der IT beschäftigt.

Für den aktuellen Ausbildungsstart August 2018 gab es 25 Bewerbungen für das Duale Studium IMBIT (International Management for Business and Information Technology) und 24 für die Ausbildung zum Informatikkaufmann. Dass Felix Pieper darin schon gelandet ist, hatte trotzdem mit Chemie zu tun. Auf dem Weg zum Abitur am Euregio-Gymnasium Bocholt nahm er mit dem Chemie-Kurs an einer Byk-Besichtigung teil, lernte unter anderem Labore und Produktionsstätten kennen. Sein Lehrer machte den IT-Freund später darauf aufmerksam, dass das Unternehmen eben auch in der Sparte ausbildet. Nach dem Abitur und zwei Vorstellungsgesprächen 2015 ging es gleich in die Lehre.

Wie anspruchsvoll die Ausbildung werden würde, hatte sich Felix Pieper anfangs nicht vorgestellt. Die IT-Landschaft in so einem Großunternehmen sei doch sehr viel komplexer, berichtet er. Zum Beispiel wenn es darum geht, in Projekten passgenaue Anwendungen für die unterschiedlichsten Nutzer zu entwickeln.

Aber das ist ja gerade der Reiz. So ist es unter anderem seine Aufgabe, bestimmte Anwendungen für den Nutzer weiter zu vereinfachen. Die Byk Chemie bietet den Azubis viele Möglichkeiten zur Weiterbildung. Pieper hat diese Chance genutzt und zwei IT-Zertifikate nach internationalen Standards bereits erworben.

Apropos international: Die Betreuung der Kollegen in aller Welt gehört mit zum Spektrum der IT. Per Hotline wird rund um die Uhr sieben Tage die Woche von einem Spezialisten-Team Hilfe geleistet, wenn Störungen auftreten oder neue Wünsche der Anwender erfüllt werden sollen. Neben Sicherheit und Schnelligkeit in den Anwendungen gehört auch die Sauberkeit der Datenübertragung zu den Arbeitsfeldern der IT-Leute.

Kurz: Die Qualität muss stimmen, wenn rund um den Globus geschäftlich telefoniert wird, in Videokonferenzen Ton und Bild synchron zusammenpassen müssen. Das fängt schon in den Verteiler-Switches auf den Etagen im eigenen Hause an, wohin die Daten aus dem Rechenzentrum zielgerichtet geschickt werden.

Felix Pieper hat auf jeden Fall auch nach der Ausbildung eine interessante Zukunft vor sich. Möglichkeiten für Weiterbildung gibt es jedenfalls genug. Einige Kollegen bilden sich beispielsweise berufsbegleitend an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Wesel in Wirtschaftsinformatik weiter. Die Byk Chemie unterstützt dies ebenso wie Ambitionen im Dualen IMBIT-Studium in Mannheim, die auch mit Auslandssemestern verbunden sind.

Die Plätze für Neustarter in 2018 - zwei für IMBIT und einer für den Informatikkaufmann - sind belegt. Die Ausschreibungen für den Beginn im kommenden Jahr, so Christine Thannheiser-Rumpf, werden in Kürze veröffentlicht.

(fws)