Streit um Kiesabbau am Niederrhein spitzt sich zu

Kreis Wesel : Streit um Kiesabbau am Niederrhein spitzt sich zu

Der Grünen-Chefplaner Tönnes habe bisher den Dialog mit Bürgern zum Kiesabbau nicht gesucht. Insofern sei eine Abgrabungskonferenz ein Fortschritt, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Linz.

Im Streit um den Kiesabbau am Niederrhein haben CDU und SPD die Grünen nach ihrer Pressekonferenz vom Dienstag scharf angegriffen. Grünen-Kreisfraktionschef Hubert Kück und die Schermbecker Grüne Ulrike Trick hatten angekündigt, an einer möglichen Abgrabungskonferenz nicht teilnehmen zu wollen. Ferner hatte Ulrike Trick die Wahl der Kiesabbauflächen in Obrighoven und Lackhausen durch den umstrittenen RVR-Chefplaner Martin Tönnes verteidigt. Er habe diese Flächen in Absprache mit dem Geologischen Dienst NRW ausgewählt; diese Areale seien landwirtschaftliche Gebiete und keine Schutzzonen für Wasser oder Tier, hatte Trick gesagt. Einen Tag später, am Mittwoch, relativierte Grünen-Kreisfraktionschef Hubert Kück. Keinesfalls wollten die Grünen dies als ein Plädoyer dafür verstanden wissen, in Obrighoven oder Lackhausen abzugraben. Ulrike Trick habe lediglich das Vorgehen ihres Parteifreundes Tönnes als Chefplaner erklären wollen. Die Grünen hätten nicht das Ziel, Flächen gegeneinander auszuspielen.

Die Weseler CDU hat in Reaktion auf die Pressekonferenz am Mittwoch die Grünen scharf angegriffen. Der Grünen-Chefplaner Tönnes habe bisher den Dialog mit Bürgern zum Kiesabbau nicht gesucht. Insofern sei eine Abgrabungskonferenz ein Fortschritt, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Linz. Ein Abbau von Kies in Obrighoven oder Lackhausen müsse verhindert werden.

Auch die Weseler SPD griff die Grünen an. Man halte eine Abgrabung in Obrighoven und Lackhausen weiter für falsch, sagte der Weseler Ratsherr Norbert Meesters, früherer Landtagsabgeordneter. Die Weseler Genossen begrüßten die Idee der NRW-Landesregierung, mit einer Abgrabungskonferenz den Kieskonflikt am Niederrhein zu befrieden. „Diese Konferenzen müssten, wie in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens, auch vom RVR organisiert werden“, sagte Meesters. Hier sei der grüne Chefplaner gefordert, „keine weiteren Planungen über die Köpfe der Menschen hinweg zu machen“. Ein weiterer Schritt auf Landesebene müsse dann die Entwicklung einer Rohstoffstrategie sein, die Bedarf, Recycling, Umweltauswirkungen zum Inhalt habe.

(sep)
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