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Wesel: Streit um Grundstück am Friedhof weitet sich aus

Wesel : Streit um Grundstück am Friedhof weitet sich aus

Der Grundstücks-Streit am Caspar-Baur-Friedhof weitet sich immer weiter aus. Mittlerweile liegen dem städtischen Betrieb ASG schriftliche Beschwerden von drei Weseler Bestattern vor (Weyer-Walters, Biesemann, Bergmann) gegen den Verkauf eines 90 Quadratmeter großen Grundstücks an das Trauerhaus Keunecke.

Wie mehrfach berichtet, möchte die SPD im nächsten Betriebsausschuss am 21. Juni den Verkauf beschließen, damit Trauerzüge von der Keunecke-Trauerhalle (früher Gasthaus Kamp) nicht mehr ein kurzes Stück über die Trappstraße und dann über einen kleinen Weg auf den Innenstadt-Friedhof gehen müssen.

Während ASG-Betriebsleiter Ulrich Streich gestern im RP-Gespräch erklärte, die Fläche nicht verkaufen zu wollen, um den öffentlichen Zugang zu erhalten, gibt sich die CDU noch unentschieden. Sie möchte erst alle Fakten kennen und bewerten, bevor der Rat eine Entscheidung fällt. "Eine seriöse Entscheidung setzt voraus, dass nicht nur die Interessen eines Bestattungsunternehmens beachtet werden, sondern alle Fakten in die Entscheidung einfließen", sagt Fraktionschef Jürgen Linz. Die CDU befürchtet u.a., dass bei einer sich verringernden Auslastung der städtischen Aussegnungshalle die Gebühren für alle erhöht werden müssten. Ähnlich lautet die Argumentation von Streich. "Unser Ziel ist es, die Interessen der Gebührenzahler zu verfolgen. Und deshalb wollen wir alles so belassen , wie es ist."

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Dass es Kritik an ihren Plänen geben würde, war Margit Keunecke von Anfang an bewusst. Doch dass die Mitbewerber nun "solche Geschütze auffahren, hätten wir nicht gedacht". Sie habe gehört, dass Ratsleute angerufen würden, um "gegen uns Stimmung zu machen". Das Problem, dass dem ASG durch den direkten Zugang zum Friedhof nennenswerte Einnahmen verloren gingen, sieht Margit Keunecke nicht. "Von den 170 Sterbefällen, die wir pro Halbjahr übernehmen, finden an der Caspar-Baur-Straße nur 23 Erdbestattungen statt. Der Rest sind Feuer- oder auch Erdbestattungen in Bislich, Flüren, Diersfordt oder in den angrenzenden Gemeinden."

(RP)