Streit um Gesamtschule in Wesel: CDU-Ratsfrau Daniela Staude tritt zurück

Neue Gesamtschule in Wesel : Nach „Schulfrieden“: Staude (CDU) gibt Ratsmandat ab

Daniela Staude hatte sich als Schulexpertin der CDU zuvor kritisch zur Gründung einer weiteren Gesamtschule geäußert. Letztlich will aber CDU-Fraktionschef Jürgen Linz die Christdemokraten im Weseler Rat von seinem Kurs überzeugen, für eine weitere Gesamtschule zu stimmen.

Im politischen Streit um die Gründung einer zweiten Gesamtschule in Wesel zieht nun eine Politikerin personelle Konsequenzen: Daniela Staude, schulpolitische Sprecherin der CDU, hat ihr Ratsmandat abgegeben. Wie unsere Redaktion am Dienstag erfuhr, hat Staude dies ihren Fraktionsmitgliedern schriftlich mitgeteilt. Staude hatte sich als Schulexpertin der CDU zuvor kritisch zur Gründung einer weiteren Gesamtschule geäußert. Letztlich will aber CDU-Fraktionschef Jürgen Linz die Christdemokraten im Weseler Rat von seinem Kurs überzeugen, für eine weitere Gesamtschule zu stimmen. Ob ihm alle Fraktionsmitglieder folgen, wird sich im Rat bald zeigen. Jürgen Linz sagte auf Anfrage, es gebe zwar auch kritische Stimmen in seiner Partei, doch eine resolute Ablehnung in dieser Art habe es nur bei Daniela Staude gegeben.

Staude wollte sich öffentlich nicht zu den Hintergründen der Abgabe ihres Ratsmandates äußern. Sie habe Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) über ihr Ausscheiden aus dem Rat bereits unterrichtet. Sie werde Mitglied der CDU bleiben, die Parteiarbeit allerdings einstellen. Jürgen Linz sagte: „Wir haben ihre Entscheidung zu respektieren. Ich bedauere den Schritt sehr. Sie war eine engagierte Streiterin. Es gibt auch keinen persönlichen Konflikt.“ Linz bestätigte, dass es in der Schulpolitik unterschiedliche Auffassungen gegeben habe.

Die Weseler CDU hat sich dem Beschluss des Linksbündnisses für eine Gründung der zweiten Gesamtschule unter der Prämisse angeschlossen, dass es einen Bestandsschutz für die beiden Gymnasien gebe und dass die Gesamtschule, falls eine zu kleine Oberstufe vorliegt, in eine Sekundarschule umgewandelt werden könne. CDU-Fraktionschef Jürgen Linz glaubt deshalb, dass es für die Gymnasien keine Risiken gebe. Dieser Position hatte Daniela Staude, selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Söhnen, aber schon Mitte Dezember bei einer Informationsveranstaltung der FDP widersprochen: Dass etwa SPD-Fraktionschef Ludger Hovest den Gymnasien eine Bestandsgarantie versprochen habe, sei „unlautere Augenwischerei“.

Neue schulpolitische Sprecherin der CDU wird Madeleine Wienegge (26), jüngstes Mitglied im Weseler Rat. Nachrücker im Rat wird Michael Stein.

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