Hamminkeln: Streit um Bauprojekte und Arbeitsbelastung

Hamminkeln : Streit um Bauprojekte und Arbeitsbelastung

Die politische Absicht von SPD, Grünen und FDP, die Planungskosten für den Neubau der Grundschule von 2019 auf 2018 vorzuziehen, sollte ein Signal an die Eltern sein. Die Botschaft: Die tun was für Mehrhoog. Die Forderung aus den Etatberatungen der Fraktionen führte gestern zur Auseinandersetzung im Bauausschuss. Denn Technik-Chef Bernhard Payer und Bürgermeister Bernd Romanski erklärten, dass das Rathaus personell nicht in der Lage sei, parallel zwei europaweite Ausschreibungen zu stemmen.

Die Erweiterung der Gesamtschule Hamminkeln, die nicht von der Politik angetastet wird, steht nämlich auch noch auf dem Plan. Doch der Ausschuss beharrte mit CDU und USD bei einer Gegenstimme (Martin Wente, fraktionslos) auf das Mehrhooger Schulsignal. Die Gegensätze schienen nicht ausräumbar.

Am Ende stand doch die Lösung, von der niemand weiß, wie genau sie wirkt: Die Verwaltung will beide Verfahren zeitlich entzerren und soll sagen, welche Projekte sie stattdessen aufschiebt. Zudem wird sie prüfen, ob die noch nicht berechnete Bausumme für Mehrhoog unter die Grenze einer EU-Ausschreibung rutscht. Dann wäre der Arbeitsaufwand geringer.

Mit hinein spielt, dass die Fraktionen statt der bisherigen Dreizügigkeit für die Grundschule nun zwei Züge einkalkulieren. Den dritten Zug sehen sei am Filial-Standort Wertherbruch beheimatet. Dort wird in diesem Jahr der Offene Ganztag ausgebaut - was wiederum ein Signal in Richtung Wertherbruch ist, dort die Beschulung zu erhalten.

Johannes Flaswinkel (Grüne) war Wortführer für die Grundschule und gegen die personelle Argumentation der Verwaltung. Zuletzt hatten die Grünen sogar gegen die personelle Aufstockung im Planungsbereich gesprochen. Romanski entgegnete, dass man mit den vorhandenen Ressourcen sich später nicht anhören würde, man habe etwas nicht geschafft, was nicht zu schaffen sei.

Die Alternative, dann eben die Gesamtschule hintenan zu stellen, wollte niemand. Nebenbei wurde erläutert, dass man mit der soeben bei den Anmeldungen verfehlten Sechszügigkeit die Schule nicht kleinersetzen werde. Die Prognosen der Schülerzahlen versprechen im nächsten Jahr eine Aufholjagd. Was angesichts zweier Schulprojekte abgespeckt werden muss, blieb unklar. Jürgen Krayyvanger (CDU) meinte: "Die Verwaltung soll im nächsten Hauptausschuss sagen, welche Folgen zwei Ausschreibungen für andere Vorhaben haben."

Einen Vorgeschmack bekam schon der Verein Bürger für Brünen zu spüren. Der Ausschuss strich gestern den Antrag aus dem Dorf, die Entwässerung des Baugebietes Pollmannsweg von 2019 auf 2018 zum Zweck der schnelleren Vermarktung vorzuziehen. Grund: Interessenten sind schon abgesprungen. Doch das Projekt ist nicht machbar angesichts der Auslastung im Hamminkelner Rathaus.

(RP)
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