Wesel: Straßenschäden durch Dauerregen

Wesel: Straßenschäden durch Dauerregen

Zahlreiche Fahrbahnen in Wesel müssen dringend saniert werden. Weil sich viele Fachfirmen vor Aufträgen kaum retten können, dauert es oft lange, bis Schlaglöcher repariert werden.

Der starke Niederschlag in Form von Regen und Schnee in den vergangenen Wochen und Monaten sorgt dafür, dass die Schäden auf den Weseler Straßen immer größer werden. Davon jedenfalls geht Uwe Schneidereit aus, der beim städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) als Straßenmeister tätig ist. "Es ist nämlich so, dass das Wasser an undichten Stellen in den Asphalt eindringt. Vor allem an aufgeweichten Fahrbahnrändern, die durch den Autoverkehr besonders beansprucht sind, kommt es dann zu Schäden", sagt er.

Die Auswirkungen dieser Schlechtwetterperiode kann man derzeit überall in Wesel sehen - nirgendwo aber so prominent wie kurz vor der Rheinbrücke auf der Schillstraße (Höhe Lippestadion). Dort steht seit einigen Tagen eine Warnbake, die Autofahrer vor einem Schlagloch schützen soll. Mitarbeiter von Straßen NRW waren nach Wesel ausgerückt, hatten die Warnbake aufgestellt, waren dann wieder abgerückt, ohne das Loch zu flicken.

So wie dort ist es aber vielerorts auf Stadtgebiet: Kaum eine Woche vergeht, in der sich nicht Anwohner über Löcher und Unebenheiten auf Fahrbahnen beklagen. Um das Ausmaß der Schäden zu begutachten, fahren Straßenkontrolleure raus, um Schneidereit Bericht zu erstatten. Kann die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden, rücken die ASG-Straßenbauer mit Kaltasphalt an, um die größten Löcher notdürftig zu stopfen. In dieser Woche wurde beispielsweise eine Buckelpiste in Obrighoven - die Sackgasse Am Wasserwerk - notdürftig geflickt.

Foto: Klaus Nikolei
  • Erkelenz : Schlaglöcher werden provisorisch repariert

Für die Reparatur der Straßen stehen dem ASG in diesem Jahr rund 400.000 Euro zur Verfügung. So steht es im Etat, der von der Politik im vergangenen Jahr abgesegnet worden war. Vorausgesetzt, die Mitglieder des ASG-Betriebsausschusses geben während ihrer Sitzung im April grünes Licht, um die schlimmsten Schäden zu beheben, dann dürften sich vor allem die Anlieger der Viktoriastraße (Innenstadt), der Straße An de Tent (Fusternberg) und der Reitzensteinstraße (Schepersfeld) freuen. Denn deren Straßen stehen in der Prioritätenliste der Stadt ganz weit oben. Da ein Teil der Sanierungsarbeiten vergeben wird, hängt der Zeitpunkt der Ausführung vom Terminkalender der Fremdfirmen ab. Dass das unter Umständen zu Verzögerungen führen kann, weiß Doreen Bonnes, stellvertretende Leiterin des städtischen Betriebs. "Das Problem ist", sagt sie, "dass die Firmen derzeit sehr gut zu tun haben." Gleichwohl ist sie optimistisch, dass die Arbeiten im Jahr 2018 alle erledigt werden.

Mit dem gleichen Problem hat auch der Landesbetrieb Straßen NRW zu kämpfen. Das sagt jedenfalls Behördensprecher Gregor Hürter auf Anfrage. "Wenn Schäden zu groß geworden sind, so dass einfache Reparaturen nicht mehr helfen, müssen wir Aufträge ausschreiben. Und da derzeit die Nachfrage so groß ist, dauert es eben alles etwas länger."

Foto: Klaus Nikolei

Aus diesem Grund werde wohl die Bake auf der Schillstraße in Wesel an prominenter Stelle kurz vor der Rheinbrücke auch noch eine ganze Zeit die Autofahrer vor dem dicken Schlagloch am Fahrbahnrand warnen, sagt Straßen-NRW-Sprecher Hürther. Denn das Schlagloch einfach ausbessern, das sei nun mal nicht mehr möglich, bittet Hürter die Autofahrer um Verständnis.

(RP)