Straßen NRW behindert geplantes IB-Jugendhotel in Wesel:

Landesbetrieb benötigt mehr Platz für Weseler Südumgehung : IB-Jugendhotel: Politik kritisiert Straßen NRW

Der Internationale Bund (IB) möchte für mehrere Millionen Euro ein Jugendhotel auf dem Fusternberg bauen. Doch es gibt Probleme mit Straßen NRW. Folge: Nun muss der IB neu planen.

Im Weseler Jugendhilfeausschuss übte die Politik harsche Kritik an Straßen NRW. Denn weil der Landesbetrieb für den Bau der Südumgehung mehr Platz benötigt, als zunächst erwartet worden war, wird der Internationale Bund (IB) seine bisherigen Pläne vom Jugendhotel an der Schillwiese auf dem Fusternberg nicht realisieren können. Nur eine abgespeckte Variante ist noch denkbar. Fraglich ist, wann das Millionen-Projekt realisiert wird.

Auf Bitten der CDU hatte IB-Regionalleiterin Heidi Mohr-Scholmann am Mittwoch im Ausschuss die Politik über den Stand der Planungen informiert. Und dabei kam Straßen NRW wirklich nicht gut weg.

Der ursprüngliche Plan für das Jugendhotel mit 130 Plätzen sah unter anderem vor, aus dem ehemaligen, seit Jahren leerstehenden Werkstattbereich eine Sporthalle mit Fußballfeld und Kletterwand zu machen. Daneben sollten das Hotel, das über Zwei- und Vierbettzimmer auf gehobenem Niveau verfügen soll, und eine Kantine neu gebaut werden. Nun aber, da der IB dem Landesbetrieb Straßen zusätzliche 2000 Quadratmeter Fläche verkaufen musste, wird die alte Halle den geplanten Neubauten weichen müssen.

„Der Internationale Bund hat in die Planungen schon viel Geld gesteckt. Nun müssen wir wieder von vorne anfangen. Aber der Hotelbau steht noch auf der Agenda des IB“, gab sich Heidi Mohr-Scholmann optimistisch, das Projekt in den nächsten Jahren doch noch realisieren zu können.

Der Ausschussvorsitzende Ulrich Marose (SPD) meldete sich nach dem Vortrag als Erster zu Wort: „Zu Straßen NRW fällt mir nichts mehr ein.“ Sein Stellvertreter Karl-Heinz Ortlinghaus (CDU) bat die IB-Regionalleiterin: „Bleiben Sie am Ball. Aber geben Sie jetzt kein zusätzliches Geld aus. Angesichts der Schwierigkeiten wird es keine kurzfristige Lösung geben.“ Deutliche Worte fand auch Norbert Meesters (SPD), der sich ärgert, dass sich die beiden miteinander verknüpften Projekte IB-Jugendhotel und Lippe-Infozentrum am alten Lippehafen durch die „strukturelle Unfähigkeit“ von Behörden verzögern würden. „Wir als Politiker sollten auch in die Wunde stoßen und Druck machen. Öffentliche Kritik kann Dinge mitbewegen.“

Deutliche Worte fand Norbert Meesters (SPD): Er moniert „strukturelle Unfähigkeit“ von Behörden. Foto: Klaus Nikolei

Auch Norbert Meesters bat Heidi Mohr-Scholmanns am Ende darum, bei diesem „Superprojekt dran zu bleiben.“

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