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Straße am Friedenshof in Wesel gefährlich, weil Fuß- und Radweg fehlen

Weseler Politik will Problem in Angriff nehmen : Gefahren auf der Straße Am Friedenshof

Weil es an der Straße Am Friedenshof in Obrighoven keinen Fuß- und keinen Radweg gibt, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Anlieger und Anwohner beklagen das. Nach der WfW ist nun auch die CDU aktiv geworden.

Mehrfach schon hat Marcus Padtberg in der Vergangenheit den Versuch unternommen, mit der Verwaltung und der Weseler Politik über den Zustand der Straße Am Friedenshof in Obrighoven ins Gespräch zu kommen. Wie berichtet, ist die Straße, die die Schermbecker Landstraße mit der Feldstraße verbindet, ein reines Provisorium. Da Rad- und Fußwege fehlen, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern, Radlern und Autos. Und genau das ist Padberg ein Dorn im Auge. Zumal Wesel ja auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise NRW ist.

Auf seine Mails ans Rathaus und die Ratsfraktion vor zwei Jahren hat der ehemalige stellvertretende Schulleiter des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums, der mittlerweile das Gymnasium in Rheinberg leitet, bislang keine adäquate Antwort erhalten. Großartige Hoffnungen, dass sich auf der Straße in absehbarer Zeit doch noch etwas zum Guten ändern könnte, hatte Marcus Padtberg zuletzt nicht. Doch nach einem Gespräch mit Stadtplaner Michael Blaess, dem Leiter des Teams Verkehrsplanung und Straßenbau, am Montagmittag, schaut Padtberg jetzt wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Denn bei dem Ortstermin, zu dem unsere Redaktion auch Anwohnerin Ursula Dornow-Engel und Wesels ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter Friedhelm Heinzen gebeten hatte, zeigte Blaess durchaus Verständnis für die Position von Padtberg.

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Der Oberstudiendirektor, der mit seiner Familie am nahen Kamillenweg wohnt, machte deutlich, dass es auf der Straße Am Friedenshof immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Schülern komme. So würden Kinder und Jugendliche nebeneinander auf der Straße gehen. Auf die Fahrbahn ausweichen müssen unter anderem auch Senioren mit Rollatoren beziehungsweise Eltern oder Großeltern, die einen Kinderwagen schieben. „Das geht hier gar nicht. Da muss dringend etwas passieren“, sagt Padtberg. Der kann übrigens nicht so recht verstehen kann, warum in Neubaugebieten die Anwohner die Straßenerschließungsbeiträge zahlen müssen, der Neubau der Straße Am Friedenshof aber ganz offensichtlich bislang am Votum vieler Anlieger gescheitert sei, die die hohen Kosten in Höhe scheuen. Blaess erklärte, dass man die Situation damals und heute nicht vergleichen könne.

„Ich kann alle Seiten verstehen, bin am Ende aber nur Befehlsempfänger“, so Blaess. Er geht davon aus, dass die Vorplanung des Neubauvorhabens gut drei Jahre in Anspruch nehmen wird. Der Bau selbst dürfte mehr als ein Jahr dauern. Zumal auch die nahe Blumenstraße zwingend zu dem Neubauprojekt gehören müsse. „Vor 2025 werden wir hier auf keinen Fall beginnen können.“ Damit aber die Sache überhaupt in Bewegung kommen kann, muss die Politik das Problem zunächst einmal erkennen und dann eine Entscheidung treffen. Das ist bislang nicht passiert.

Doch nachdem unserer Redaktion mehrfach im „Bürgermonitor“ über die Situation Am Friedenshof berichtet und die Fraktion Wir für Wesel zwischenzeitlich einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gestellt hat (wir berichteten), sind jetzt auch die Christdemokraten gewillt, das Problem endlich anzugehen. Jedenfalls kündigte Jürgen Linz, Chef der CDU-Fraktion an, dass man das Thema im Stadtentwicklungsausschuss, der am Mittwoch tagt, ansprechen werde.

„Wir möchten von der Verwaltung etwas über den aktuellen Stand Am Friedenshof erfahren und wollen dann schauen, ob es zu dem für die Anwohner kostenintensiven Ausbau eine bezahlbare Alternative geben kann, um Fußgänger vor Gefahren zu schützen“, erklärte Linz im Gespräch mit unserer Redaktion. In einem wenig später von ihm verfassten Antrag an die Verwaltung heißt es: „Nutzer beklagen ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Politik und Verwaltung sind also gefordert, eine Lösung des Problems auf den Weg zu bringen.“

Eine Kompromisslösung würde jedenfalls allen an dem Gespräch am Montagmittag beteiligten Teilnehmern zweifelsohne gut gefallen. „Denn der Zustand hier ist wirklich nicht haltbar“, sagt Ursula Dornow-Engel. „Hier muss dringend etwas passieren.“ Gleichzeitig macht sie keinen Hehl daraus, dass die finanzielle Belastung eines aufwendigen Straßenneubaus vor allem für ältere Anlieger kaum zu stemmen ist.