Schermbeck: Stil & Art verlässt Schermbeck

Schermbeck : Stil & Art verlässt Schermbeck

Interview 2013 wird es die Haus- und Gartenmesse Stil & Art in Schermbeck nicht mehr geben. Das gab Veranstalter Winfried Wirtz im RP-Gespräch bekannt. Darin berichtet er über Gründe und neue Formate.

Interview 2013 wird es die Haus- und Gartenmesse Stil & Art in Schermbeck nicht mehr geben. Das gab Veranstalter Winfried Wirtz im RP-Gespräch bekannt. Darin berichtet er über Gründe und neue Formate.

Es gibt zwei Feste in Schermbeck, die Winfried Wirtz, Inhaber der Werbeagentur Wirtz Design, ins Leben gerufen hat: Schermbeck genießen und Stil & Art. Während das Genießerfest am Wochenende zehnten Geburtstag feierte und alle Rekorde brach, gab Wirtz jetzt bekannt, dass es die Haus- und Gartenmesse in Schermbeck künftig nicht mehr geben wird. Warum? Darüber sprach er mit RP-Redakteurin Julia Lörcks.

Herr Wirtz, am Wochenende haben Sie das Aus für Stil & Art in Schermbeck bekanntgegeben. Warum?

Winfried Wirtz Dafür gibt es mehrere Gründe — hauptsächlich haben diese aber mit der Infrastruktur vor Ort zu tun. Wir haben zu wenig Platz für unsere Aussteller, vor allem zu wenig Parkraum. Und darunter leiden nicht nur die Händler, sondern auch die Besucher.

Spielen Sie damit auch auf die Knöllchenflut an, die es 2012 gab?

Wirtz Natürlich ist es für uns ärgerlich, wenn die Aussteller wutentbrannt mit den orangefarbenen Zetteln der Gemeinde zu uns kommen und sich beklagen. Aber es ist ja auch rechtens. Wer im Halteverbot parkt, muss mit einem Strafzettel rechnen. Andererseits muss man sich auch mal die Frage stellen, ob an diesem Wochenende in vielen Bereichen Schermbecks Halteverbot gelten muss.

Im Vorfeld gab es auch Krach mit den Grünen, die sich eine Umlage für die Gemeindekasse wünschen. Inwiefern spielt das eine Rolle?

Wirtz Das ist richtig und das hat uns alle auch verärgert. Ich frage mich, was Frau Trick (Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anmerkung der Redaktion) eigentlich mit einer Umsatzbeteiligung meint. In diesem Fall kann man höchstens von einer Erlösbeteiligung sprechen. Auch ihr Vorwurf, unsere Feste seien keine Wirtschaftsförderung, lasse ich nicht so stehen. Die Straßen und Geschäfte sind, wie wir es jüngst gesehen haben, voll. Die Kaufleute machen sehr gute Geschäfte, die Hotels sind ausgebucht, und wenn das keine Wirtschaftsförderung ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Zudem tragen wir ein finanziell großes Risiko — schließlich ist so ein Fest, so eine Messe teurer als ein gehobener Mittelklassewagen. Auch das muss man mal bedenken.

Sind solche Feste und Messen denn überhaupt noch gefragt?

Wirtz Schermbeck genießen 2012 war das beste Fest, das wir je hatten. Samstag und Sonntag waren die Gastronomen weit vor Toresschluss ausverkauft. Die Besucher waren außerordentlich zufrieden. Und auch bei der Haus- und Gartenmesse gaben die Aussteller ein positives Feedback. Daran liegt es nicht. Nichtsdestotrotz werden wir auch hier über Veränderungen nachdenken müssen. Wir werden uns Gedanken machen, wie wir durch innovative Veränderungen das Konzept positiv verändern können.

Was meinen Sie damit?

Wirtz Für Stil & Art heißt das, dass wir mit der Burg Lüdinghausen einen optimalen Standort und eine optimale Kulisse gefunden haben. Dort haben wir in diesem Jahr die Haus- und Gartenmesse zum ersten Mal veranstaltet und dort werden wir es auch in Zukunft tun. Uns stehen dort Burg, Innenhof und Park zur Verfügung, dazu gibt es feste Wege und genügend Parkraum. Und das alles sogar ohne Umsatzbeteiligung.

Und Schermbeck genießen?

Wirtz Bei Schermbeck genießen stellt sich die Platzfrage nicht. Da reicht der Rathausplatz, da haben wir den großen Parkplatz, daran wollen wir — wenn wir Planungssicherheit bekommen — festhalten.

Was heißt das?

Wirtz Um vernünftig planen zu können, brauchen wir Sponsoren und verlässliche Partner. Der Bürgermeister und auch die CDU haben signalisiert, uns zu unterstützen. Wir hoffen, dass auch die Opposition unser Engagement für Schermbeck irgendwann erkennt. Schließlich wollen wir qualitativ wachsen und unsere Vorreiterposition ausbauen.

Und wie sieht Schermbeck genießen 2013 aus?

Wirtz Das weiß ich noch nicht. Fest steht: Die Gastronomie hat schon zugesagt. Es wird sich also in jedem Fall um Gourmet und Genuss drehen. Wir streben aber auch ein etwas anderes Angebot an. Wie das genau aussehen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Aber es wird auf jeden Fall eine 11. Auflage geben?

Wirtz Ja, an Schermbeck genießen und auch an der Kirchhellener Landpartie möchten wir festhalten. Alle anderen Feste, Bottrop und Gladbeck, geben wir auf.

Wird es denn ein neues Fest in Schermbeck geben?

Wirtz Nein, das definitiv nicht. Die Feste und Messen sind und waren immer ein Nebengeschäft und beanspruchen mittlerweile viel Zeit, die uns in der Werbeagentur fehlt. Das funktioniert auf die Dauer nicht mehr. Daher auch die Beschränkung auf die drei Feste.

Vielen Dank für das Gespräch.

(jul)