Sternsinger: Die Ergebnisse in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck

Tradition am Niederrhein : Sternsinger – kleine, große Ehrenamtler

Als Sternsinger lernen schon Kinder, für Menschen da zu sein, die weniger haben. Am Wochenende machten sich auch in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck junge Menschen mit Stern auf den Weg.

Das große Wirken dieser kleinen Helfer kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Sternsinger laufen rund um den Dreikönigstag von Tür zu Tür, um für Kinder in armen Ländern zu sammeln. Manchmal bleiben die Türen verschlossen, mitunter werden die kleinen Sammler in Zeiten größerer Religionsferne sogar belächelt oder abgewiesen. Die Sternsinger machen dennoch weiter, und können stolz auf ihr ersammeltes Ergebnis sein. „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ lautet das Motto des Dreikönigssingens in diesem Jahr. Mit dem gesammelten Geld werden Projekte für den Frieden und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Libanon unterstützt.

Hamminkeln Die Sternsinger der Pfarrei Maria Frieden sind sehr stolz, denn das Ergebnis ihres Engagements kann sich wahrlich sehen lassen: 36. 900 Euro kamen bei ihrer Aktion in den Orten Dingden, Hamminkeln, Mehrhoog, Loikum und Ringenberg zusammen – die Summe liegt schon jetzt 7.000 Euro über dem Ergebnis des Vorjahres. Sicherlich werden in den nächsten Tagen zahlreiche Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt eingehen. Mehrere Tage lang waren 245 Mädchen und Jungen sowie 100 jugendliche und erwachsene Begleiter unterwegs zu den Menschen. „Eine Frau hat sich über unseren Besuch so sehr gefreut, dass sie sogar geweint hat“, berichtete die achtjährige Antonia. „Wir können jetzt vielen Kindern helfen, weil uns ganz viele Leute Geld in die Sammelbüchse gesteckt haben“, freute sich die Jungengruppe die sich nach ihrem Einsatz im Pfarrheim aufwärmte und stärkte. „Wir sind den Mädchen und Jungen mit ihren Begleiterinnen und Begleitern sehr dankbar für ihren Einsatz“, sagte Pastoralreferentin Christiane Kreienkamp. „Die Sternsingeraktion ist einfach einmalig.“ In Dingden spendeten die Menschen 13.000 Euro, in Hamminkeln 7700 Euro, in Loikum 3100 Euro, in Mehrhoog kamen 10.400 Euro und in Ringenberg 2700 Euro zusammen.

Ein Teil der Sternsinger aus der Gemeinde Maria Frieden in Hamminkeln, hier die Ringenberger Gruppe: In Ringenberg wurden insgesamt 2700 Euro gesammelt. Foto: Kirche Ringenberg


Schermbeck Kein Schnee und keine eisige Kälte: Da machte der Gang durch die Gemeinde in Schermbeck den kleinen Königen richtig Spaß. Entsprechend groß war die Zahl der Jungen und Mädchen, die am Samstagmorgen in die Ludgeruskirche kamen, um an der Aussendungsfeier für die diesjährige Sternsingeraktion teilzunehmen. Seit über vier Jahrzehnten ziehen Schermbecker Kinder als Sternsinger von Haus zu Haus. Als schmucke Könige saßen etwa 80 Kinder in den Bankreihen. Ihre Kronen hatten sie bereits im November während eines Vorbereitungsnachmittages im Pfarrheim gebastelt und auch die passenden Lieder einstudiert. Dort erfuhren sie auch, dass das Sternsingen auf die Erwähnung von Sterndeutern beim Evangelisten Matthäus zurückgeht, dass die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar seit etwa 1200 Jahren bezeugt sind, dass der Brauch des Sternsingens erstmals im 16. Jahrhundert urkundlich belegt ist und dass die erste Sternsingeraktion in Deutschland im Jahre 1959 stattfand. Zur Aussendungsfeier am Samstag kamen alle Kinder als Caspar oder Melchior. Pastor Klaus Honermann segnete die Sterne, die Kreide und die Dankzettel, bevor sich die 21 Gruppen in Begleitung von Müttern oder Vätern auf den Weg in ihre Sammelbezirke im Ortskern, in Uefte, Rüste, Bricht und Damm machten, um den Bewohnern christliche Segenswünsche zu überbringen und um eine Spende zu bitten. Dazu gab es jede Menge Süßigkeiten, die am Ende der Sternsingeraktion zum Teil den Kinden mit nach Hause gegeben wurden. Ein Teil der Süßigkeiten wird einem Kinderheim gespendet. Ein mehrköpfiges Eltern-Team hatte in der Bücherei ein Café eingerichtet, sodass die Könige und ihre Begleiter sich für den weiteren Gang durch die Gemeinde stärken konnten.      „Es wurden insgesamt 9820 Euro gesammelt“, freute sich die Organisatorin Alexandra Schoch am Abend über das gute Sammelergebnis am Samstag. Am Tag zuvor kamen in Gahlen 1380 Euro zusammen, sodass insgesamt 11200 Euro im Schermbecker Gemeindegebiet gesammelt wurden. Am Sonntag wurde die diesjährige Aktion mit einer Familienmesse in St. Ludgerus beendet.

Die Sternsinger in Schermbeck in der Ludgeruskirche bei Pfarrer Klaus Honermann (l.). Foto: Helmut Scheffler

Wesel Auch in Wesel zogen die Sternsinger: 24 von ihnen samt Betreuern besuchten am Freitag Bürgermeisterin Ulrike Westkamp im Rathaus Wesel.  Die Bürgermeisterin lobte das Engagement der Kinder und bedankte sich für die freiwillige Sammelaktion. „Es ist vorbildlich und eine lange Tradition, dass Kinder weltweit für Kinder in Not sammeln“.  Im Gespräch berichteten die engagierten Mädchen und Jungen der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Wesel von ihren ersten Erlebnissen. Die meisten Menschen freuten sich, Sternsinger zu sehen und zu spenden. An jedem Sammeltag essen die Sternsinger zusammen mit ihren Betreuern. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und wertschätzt die Arbeit der jungen Leute.