Karneval in Bislich: Starke Sitzung im rappelvollen Saal

Karneval in Bislich: Starke Sitzung im rappelvollen Saal

Rund 200 Narren waren vom Programm begeistert - tolle Tänze und ungewöhnliche Sketche.

Der Karneval in Bislich ist anders. Das strich Tobias Engels mit seiner "Anti-Karnevalsrede", in der er einen Abgesang auf das jecke Treiben in den rheinischen Hochburgen Köln oder Düsseldorf lieferte, noch einmal heraus. Und in der Tat: Auf Traditionen oder Rituale, wie sie oft im Karneval zu sehen sind, verzichtet die Sitzung im Deichdorf schon seit Jahren weitestgehend. Mit Erfolg: Der Saal der Gaststätte Pooth war auch am Samstagabend wieder rappelvoll.

Engels stieg im Übrigen nicht nur in die Bütt, sondern führte gemeinsam mit Sven Wikker auch durchs Programm. Gekonnt warf sich das Duo in gespielter Uneinigkeit die Bälle zu. Der eine entließ das Bislicher Tambourcorps viel zu früh von der Bühne, der andere holte es wieder herauf. Einen Höhepunkt des Abends bekamen die rund 200 fantasievoll verkleideten Narren gleich zu Beginn präsentiert. Die Tanzgruppe "No Name" aus Mehr lieferte eine großartige Umsetzung des Kinderbuch-Klassikers "Alice im Wunderland". Da stand der Saal Kopf, ohne eine Zugabe kam die Gruppe nicht von der Bühne.

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Aber die Bislicher verfügen auch über eigenen Tanz-Nachwuchs. Und die "Flotten Motten" machten ihre Sache richtig gut, erhielten viel Beifall vom Publikum. Dass es in Bislich auch klassisch geht, zeigte die Tanzgruppe Haffen, die einen ansehnlichen Gardetanz aufs Parkett legte. An das tänzerische Niveau der Frauen ragten "Die Pariser" zwar nicht heran. Aber das ist auch nicht die Aufgabe des Bislicher Männerballetts, das mit Leuchtlämpchen auf den Köpfen sowie an Händen und Füßen nicht nur für einen schönen, optischen Effekt sorgte, sondern natürlich, wie in jedem Jahr, auch die Lacher auf seiner Seite hatte.

Auch die aufgeführten Sketche gibt's eben nicht auf jeder Karnevalssitzung. Da spielte ein Trio (Alexander Droste, Timo Theisen, Lukas Giesen) mit heruntergelassenen Hosen Klavier und benutzten dabei nicht die Hände. Und dass man auch mit Werkzeugkästen Musik machen kann, bewiesen Philipp Beermann, Simon Boland sowie Hugo und Malte Schwerin. Und schließlich teilte Wikker den Jecken noch seine "Nachtgedanken" mit. Im Anschluss an die Sitzung wurde noch kräftig weitergefeiert. DJ Dominik Möllenbeck legte hierfür auf.

(RP)