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Wesel: Stadtwerke investieren in Bahn

Wesel : Stadtwerke investieren in Bahn

"Wir glauben an die Zukunft des Hafens", sagt Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink. Das Unternehmen steckt 305 000 Euro in die Gleisverbindung vom Bahnhof zum Rhein. Problem bleibt die Sanierung der Kaimauer.

Gleisarbeiten in den letzten Zügen: Die Weseler Stadtwerke haben als Betreiber der Hafenbahn ordentlich Geld in die Hand genommen. Insgesamt gut 305 000 Euro flossen zuletzt in die Strecke, die den Weseler Bahnhof mit dem Stadthafen verbindet und die von mehr Kunden genutzt wird, als man vielleicht landläufig meint. Still und ohne Aufhebens investieren die Stadtwerke weiter — trotz des ungelösten Problems Kaimauer und der vom Kreis Wesel gestoppten Gründung der Kern-Hafengesellschaft. Zurzeit laufen die letzten Arbeiten an dem Abschnitt zwischen der Reeser Landstraße und dem kleinen (Rangier-)Bahnhof in Höhe des Flachgeländes. Hier ist das Gleisbett herausgenommen worden. Die Schwellen wurden erneuert.

Byk, Pilkington und HSW

Wie Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink erläutert, ist der Abschnitt für rund 180 000 Euro saniert worden. Genutzt wird er im Wesentlichen von der Firma Pilkington (Glas). Angenehmer Nebeneffekt ist, dass auch der Verein Historischer Schienenverkehr Wesel (HSW), der bekanntlich wegen des Projekts Neuer Bahnhof Wesel umziehen musste, hier nun bessere Bedingungen vorfindet.

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Ein weiterer Kunde der Stadtwerke — am anderen Ende der Bahnlinie — ist Byk Chemie. Die Anlagen des Weseler Vorzeigeunternehmens liegen weiter östlich am Abschnitt zwischen Reeser Landstraße und Bahnhof. Diesen Streckenteil haben die Stadtwerke der Bahn AG 2010 für 125 000 Euro abgekauft. Übrigens ist der Bahnsteig der Chemiefirma vor die neue Zentrale der Konzernmutter Altana AG verlegt worden. Sie nutzt ihn für Fahrten mit Gästen. Zum Beispiel mit dem Historischen Schienenverkehr. "Die Hafenbahn hat eine wichtige Erschließungsfunktion. Wir investieren, weil wir an die Zukunft des Hafens glauben", sagt Michelbrink. Allerdings ist die Verbindung zwischen dem Anschluss ans große Schienennetz und den Umschlagplätzen am Rhein zurzeit nicht komplett nutzbar.

Stop vor maroden Anlagen

Die Hafenbahn könnte mit der europäisch wichtigen (Betuwe)- Strecke Rotterdam-Genua verknüpft sein, stoppt aber an der Fischertorstraße. Wegen der maroden Kaimauer können die Gleise im Hafengebiet nicht befahren werden. 9,3 Millionen Euro sind veranschlagt, um den Kai zu sanieren. Darin enthalten ist ein Betrag von 1,5 Millionen Euro für die Erneuerung von Gleis und Straße.

Bekanntlich ist gerade die Kaimauer mit ihren Unwägbarkeiten ein Hemmschuh in den Verhandlungen, die derzeit über die Gründung einer Hafengesellschaft geführt werden. Der Zusammenschluss des Hafens Emmelsum mit dem Rhein-Lippe-Hafen (Ölhafen) ist unstrittig. Ob und wie jedoch der Weseler Stadthafen in die Kooperation eingebracht werden kann, ist unklar. Die politischen Entscheidungen wurden unlängst vertagt.

(RP)