Hamminkeln : Grundschüler lernen die Natur kennen

Auf dem Hof Appelbongert machen Hamminkelner Ferienkinder den „Wald- und Wiesenführerschein“.

Mucksmäuschenstill ist es auf dem Hof Appelbongert in Schermbeck-Dämmerwald. Hier sollen sich Schulkinder aufhalten? Kaum zu glauben. Und doch. Im Aufenthaltsraum der Kräuterküche, die versteckt hinter altem Baumbestand liegt, sitzen zwölf Mädchen und Jungen, die mit und bei der staatlich zertifizierten Kräuterpädagogin Jutta Becker-Ufermann an vier Tagen ihren „Wald- und Wiesenführerschein“ machen. Das mit dem Wald, das hat leider nicht geklappt. Aufgrund der Waldbrandgefahr darf dieser in Hamminkeln nicht betreten werden. Aber auch der Hof Appelbongert eignet sich mit seinem Umfeld von alten Bäumen, Sträuchern, Kräutern und Büschen hervorragend dazu, heimische Pflanzen kennenzulernen. Also hat die Kräuterpädagogin die Kinder und Finja Schult, die Honorarkraft des Veranstalters „Bürgerstiftung Kreaktiv“, zu sich auf den Hof eingeladen. Das sitzen sie nun gesittet rund um den Tisch. Sie bereiten ein Klebebild vor, das mit Blüten und Blättern gestaltet werden soll. Vorher haben sie Schweine, Hühner und Schafe gefüttert. Lämmchen waren auch dabei. Jette aus Brünen liebt Schafe, erzählt sie. Jetzt weiß sie, dass die Tiere Wasser trinken und Gras fressen. Am liebsten futtern sie aber Brot. Emil hat beim Füttern der Hühner ein Ei gefunden. „Mal schauen ob wir das zum Pfannekuchen backen verwenden“, sagt Jutta Becker-Ufermann.

Nachdem der Bierdeckel mit Doppelklebeband beklebt ist, geht es wieder nach draußen. Die erste Blüte finden die Kinder am Rosenstrauch. Gleich gegenüber steht der „Finger-weg-Baum“. Das ist eine Eibe – und die ist giftig. Auch die roten Beeren, die den Baum im Herbst zieren. „Nur die Vögel dürfen die fressen“, weiß ein Mädchen. „Und weil dieser giftig ist, hab ich ihn so getauft, das kann man leicht behalten“, erklärt die Kräuterpädagogin. Auf dem Boden finden die Kinder Kleeblätter. Alexander hat sich aus dem dreiblättrigen ein vierblättriges Kleeblatt gemacht und aufgeklebt. „Efeu darf man nicht essen, aber man kann es toll zum Basteln verwenden“, erfuhren die Grundschulkinder. Löwenzahn- und Haselnussblätter sind ebenfalls zu finden und werden auf das Bild aufgeklebt.

Ein Stück weiter steht ein Mirabellenbaum. „Dürfen wir die essen?“ Nein, das durften sie leider nicht, denn die Mirabellen sind noch nicht reif. Im kleinen Busch finden die Kinder ein Wasserbecken. Das soll gefüllt werden und zu Wasserspielen und Experimenten einladen.

„Das machen die Kinder unheimlich gern“, weiß Jutta Becker-Ufermann. Selbstverständlich gibt es auch Eis. Die Kinder dürfen es sogar selbst herstellen. Höhepunkt der vier Tage ist wohl das gemeinsame Schnitzen zum Schluss, natürlich unter den Augen der Kräuterpädagogin. Am Ende gibt’s dann noch eine kleine Prüfung und für alle Kinder Urkunden.

(geg)
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