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Aus Den Schulen: Hilfe rufen per Knopfdruck

Aus Den Schulen : Hilfe rufen per Knopfdruck

Mit einer handelsüblichen Armbanduhr hat die sogenannte AidWatch nicht viel gemeinsam. Sechs Schüler der neunten Klasse des Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasiums (AVG) haben mit Informatiklehrer Sebastian Brands eine Uhr mit einer Notfallfunktion konstruiert.

Damit haben sie sich für den Technikpreis des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) beworben. Und das offenbar erfolgreich: Im März haben sich die 14 und 15 Jahre alten Tüftler mit neun weiteren Gruppen für die Endrunde des Wettbewerbs qualifiziert und dafür ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro erhalten.

Der 15-jährige Mihail erklärte den praktischen Nutzen der Smartwatch: "Wenn man in Gefahr ist, kann man einen Knopf an der Uhr drücken und dann werden die eigenen GPS-Daten an eine App gesendet", sagte er. So könnten dann Verwandte und Freunde, die diese App nutzen, sehen, wo man sich gerade befindet und dann beispielsweise die Polizei alarmieren. Außerdem vibriere die Elektronikuhr und gebe einen eigenständigen Warnton ab, wenn keine Verbindung zum Smartphone bestehe.

Sebastian Brands lehrt seit November 2017 Informatik und Philosophie am AVG und leitet das Projekt. "Grundlage für die Uhr ist ein Arduino-Mikrocontroller", erklärte er. Dieser Controller werde genutzt, um im Informatikunterricht Kernideen der Schaltungslogik und Programmierung zu vermitteln. Er wies darauf hin, dass sich die Schüler das Projekt selbst überlegt haben.

"Wir haben zunächst die Probleme in Zusammenhang mit der Sicherheit analysiert", sagte Mihail. Dann seien sie auf die Idee gekommen, eine Uhr zu entwickeln, an der ein Notrufknopf angebracht ist. Sowohl Schüler und Schülerinnen auf dem Heimweg als auch Arbeiter auf einem großen Betriebsgelände könnten die Uhr nutzen, um schnellstmöglich Hilfe zu rufen, wenn sie in Gefahr sind oder einen Unfall haben. "Mir macht es Spaß, an dem Wettbewerb teilzunehmen", sagt die 15-jährige Zoe. "Das liegt auch daran, dass ich die Idee selber gut finde."

Schulleiterin Dorothée Brauner lobte die Gruppe für ihren Einsatz: "Das ist wirklich eine super Sache, die Ihr geleistet habt." Was mit dem Preisgeld geschieht, steht noch nicht fest. Brauner wies darauf hin, dass die Schule davon profitieren solle. "Sowohl Euch persönlich als auch die Schule bringt die Teilnahme am Wettbewerb weiter." Im Juli wird sich dann entscheiden, ob die Gruppe eine der ersten Plätze belegt. Lohnen würde es sich, denn für den ersten Platz gibt es ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro.

(RP)