Hamminkeln : Fremde werden Freunde

Der Arbeitskreis „Lange Tafel“ der Landfrauen Loikum-Töven-Mehrhoog lud mit Flüchtlingsfrauen aus Dingden und Mehrhoog zum internationalen Familienfest.

Brasilianische Samba-Rhythmen, in Loikum live gespielt von der Trommelband „Banda Badunce“ aus Mehrhoog, internationale Spezialitäten, ein freundliches Miteinander und strahlender Sonnenschein – bessere Voraussetzungen kann man für ein internationales Familienfest gar nicht haben. Die großen Sonnenschirme und Pavillons waren schon früh aufgebaut, denn es schien ein heißer Tag zu werden. Viele Freiwillige waren am frühen Sonntagmorgen dabei, für ein groß(artig)es Fest zu sorgen, das die fünf „K“ enthielt (kreativ, kulinarisch, kulturell, kommunikativ, kurzweilig).

Der Termin stand im Rahmen des Projekts „Zusammenleben der Kulturen“, das durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. „Eine solche Veranstaltung zu organisieren, ist manchmal gar nicht so einfach,“ sagte Maike Tenhumberg vom Arbeitskreis „Lange Tafel“ der Landfrauen Loikum-Töven-Mehrhoog. „Wir haben es dennoch geschafft!“ Immerhin waren mehr als 250 Anmeldungen eingegangen, die zu diesem Fest Essen, Geschirr und Gläser selbst mitbrachten. Dabei sah es am Anfang der Woche noch gar nicht so gut aus, bemerkte Irmgard Stenkamp, die mit für die Organisation zuständig war.

Auf dem großen Sportplatz im kleinen Hamminkelner Ortsteil Loikum hatten es sich Flüchtlingsfamilien aus Ländern wie Libyen, dem Irak, Iran und Afghanistan bequem gemacht. Gemeinsam frühstückten Einheimische und Zugewanderte. „Durch langsames Kennenlernen werden Vorurteile abgebaut“, meinte Maike Tenhumberg. „Anfangs wurde nur mit Händen und Füßen ‘gesprochen’. Das hat sich in kürzester Zeit geändert. Viele Flüchtlinge haben gelernt, sich in Deutschland anzupassen und die Sprache zu lernen“.

Einer davon ist Mohamed Conde aus Guinea, der jetzt sogar eine Ausbildungsstelle als Bäcker bekommen hat. Auch Ali Cusman Said aus Somalia und Mohamed Soumare sind gerade dabei, ihr Deutsch aufzubessern. Es gefällt ihnen sehr gut in Deutschland.

Für die vielen Kinder war vorgesorgt. Auf dem kleinen Platz neben dem Sportplatz konnten sie sich austoben, zudem war eine große Hüpfburg aufgebaut und andere Spielgeräte wurden zur Verfügung gestellt. Für sie gab es sowie keine Verständigungsschwierigkeiten und Berührungsängste. Einige Flüchtlingsfrauen berichteten vor Ort über ihren Alltag in ihrer neuen Heimat. Sie haben sich schon länger an das Miteinander mit den Deutschen gewöhnt. Und so wurde während der Veranstaltung immer mal wieder zu anderen Tischen gewechselt, um auch hier noch mehr Bekanntschaften zu machen. Es gab Begegnungen in Augenhöhe mit respektvollem Umgang.

Man reichte einander internationale Spezialitäten an – Salate, Käse, selbst gemachte Blätterteigtaschen oder auch gefüllte Weinblätter. Es gab nicht nur kalte Getränke, sondern auch Tee. Manch einer zückte dann auch Handy oder Fotoapparat, um Erinnerungsfotos zu schießen.

Das Fest jedenfalls war nach Meinung vieler Besucher an diesem Tag ein voller Erfolg.

(dkr)